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Inhalte kuratieren: Tipps und Tools

10. März 2017

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Sich mit fremden Federn zu schmücken, ist im Social Web ein No-Go. Doch Inhalte kuratieren heißt nicht, sie zu kopieren. Vielmehr geht es darum, Content bereitzustellen, der Ihre Zielgruppe interessiert – auch, wenn dieser aus anderen Quellen stammt. Mit unseren Tipps gelingt Ihnen das.

Wie Sie Inhalte kuratieren ohne abzukupfern

Kennen Sie das? Sie sind in mehrere Projekte involviert und Ihnen fehlt die Zeit, sich intensiv um Ihre Social Media-Kanäle zu kümmern. Noch dazu haben Sie im Moment kaum Neuigkeiten mitzuteilen, schließlich befinden sich Ihre aktuellen Projekte im Status „Work in progress“? Deshalb müssen Sie Ihre Social Media-Seiten nicht verwaisen lassen – Inhalte kuratieren lautet die Zauberformel.

Was bedeutet das konkret? Der Begriff „kuratieren“ stammt aus der Kunstwissenschaft und beschreibt die Tätigkeit eines Kurators. Dieser organisiert Ausstellungen, denen er im Idealfall einen künstlerischen Rahmen gibt und die einzelnen Exponate wie Figuren in einem Roman zusammenführt. Im Online-Marketing kuratieren Sie Inhalte, indem Sie Content aus fremden Quellen für Facebook und Co.

  • bewerten und auswählen,
  • zielgruppengerecht aufbereiten,
  • gegebenenfalls mit eigenem Wissen ergänzen und
  • auf Ihren Online-Kanälen verbreiten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Artikel, Infografiken, Videos oder Whitepaper mit Ihrer Community teilen. Entscheidender als das Content-Format ist, dass Sie thematisch passende Inhalte für den richtigen Social Media-Kanal aussuchen und damit Ihrer Zielgruppe einen Mehrwert bieten. Ob informativ oder unterhaltsam – spielen Sie für Ihr Publikum den Postboten und liefern Sie ihm ein Content-Paket mit den besten Inhalten. Ihre Fans und Follower werden es Ihnen danken.

Wichtig: Teilen oder verbreiten Sie fremde Inhalte nicht wahllos, sondern systematisch. Suchen Sie gezielt auf relevanten Portalen oder Foren nach passenden Themen und vermerken Sie diese in Ihren Redaktionsplänen. Behalten Sie stets im Hinterkopf, wie Sie sich als Unternehmen beziehungsweise Marke positionieren wollen. Schließlich passt auch Content-Kuration in eine Content Strategie.

Wenn Sie Inhalte kuratieren, sollten Ihre User zudem erkennen, dass es sich dabei um Content von anderen Urhebern handelt. Teilen Sie zum Beispiel ein Posting auf Facebook, ist die Quelle ohnehin ersichtlich. Versehen Sie ansonsten diese Inhalte mit einem kurzen Kommentar oder einer Mitteilung, um die Relevanz für Ihr Publikum aufzuzeigen.

Dies kann auch ein Hinweis auf eigenen Content sein, den Sie zu dem spezifischen Thema bereits erstellt haben. So können Sie zum Beispiel einen Facebook-Post eines Influencers oder eines anderen Unternehmens teilen und mit einem Link ergänzen, der die User auf Ihre Website oder Ihren Corporate Blog führt. Gerade bei wichtigen Influencern oder Bloggern profitieren Sie davon, wenn Sie diese kurz informieren, sobald Sie ihre Inhalte aufgreifen. Schließlich gilt im Social Web das Motto „Sharing is caring“. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass relevante Multiplikatoren und Influencer Sie im Gegenzug ebenfalls erwähnen oder Ihren Content kommentieren und empfehlen.

RSS-Feeder und Co.: Nützliche Tools für Ihre Content-Distribution

Gerade, wenn Sie wenig Zeit haben, helfen Ihnen diverse Tools, den relevanten Content für Ihre Zielgruppe zu finden, zu sortieren und zu veröffentlichen. So kuratieren Sie Inhalte schnell und unkompliziert. Wir stellen Ihnen drei Beispiele vor, die Sie in der Basis-Version kostenlos nutzen.

  • Mit einem RSS-Feeder wie Feedly sammeln Sie alle Quellen mit relevanten Inhalten an einem Ort. Dazu geben Sie direkt den Namen einer Website in die Feedly-Suchmaske ein oder recherchieren via Hashtag nach geeigneten Nachrichtenportalen. Das Tool zeigt Ihnen sofort eine Auswahl an passenden Internetseiten an. Diese sortieren Sie in selbst angelegte Kategorien ein, die Sie entsprechend dem Thema, das Sie interessiert, benennen. So stellen Sie sich Ihren individuellen News-Feed zusammen und behalten wichtige Meldungen immer im Auge. Mit einem Klick lesen Sie den selektierten Beitrag und teilen ihn sofort in Ihren Online-Kanälen.
  • Warum nicht bereits bewährte Inhalte im Social Web streuen? Die Website Buzzsumo listet Beiträge, Infografiken oder Videos auf, die User in den sozialen Netzwerken am häufigsten teilen. Diese Inhalte finden Sie, indem Sie entweder die Keywords, die Sie interessieren, oder die Adressen von Websites auf der Seite eingeben. So entdecken Sie schnell passende Inhalte zu konkreten Themen und Blogger sowie Multiplikatoren, die darüber berichten. Verbreiten Sie diesen Content auf Ihren eigenen Kanälen, stehen die Chancen gut, hohe Reichweiten zu erzielen.
  • Wenn Sie mehrere Social Media-Kanäle pflegen, nutzt Ihnen ein Tool wie Hootsuite, das Ihren Content automatisch auf allen Plattformen verteilt. Im ersten Schritt verknüpfen Sie Ihre Social Media-Profile mit der Applikation. Dann können Sie für jedes Profil einen Versandplan festlegen und die Inhalte auswählen, die Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlichen wollen. Das Tool zeigt Ihnen kanalspezifische Features wie etwa private Nachrichten oder Retweets an. Zudem bietet Ihnen Hootsuite in der Premium-Variante umfangreiche Monitoring-Funktionen.
Mit Hoosuite planen und verteilen Sie Ihren Content auf Ihre Social Media-Kanäle.

Praktisch: Hootsuite bietet Ihnen auch detaillierte Analysen über Fan- und Follower-Zahlen sowie die Reichweite Ihrer Inhalte an. Bildquelle: Eigener Screenshot

Inhalte kuratieren: Das sind Ihre Vorteile

Natürlich bieten sich fremde Inhalte an, um ein redaktionelles Grundrauschen auf Ihren Online-Kanälen zu etablieren. Das ist aber nur ein untergeordneter Aspekt. Im Fokus steht der Service-Gedanke: Sie bewerten Content, wählen aus und liefern Ihrem Publikum hochwertige Inhalte, die nur Sie anbieten können, da Sie bei diesen Themen die nötige Kompetenz besitzen. So schärfen Sie Ihr Profil und zeigen sich als zuverlässiger Experte.

Ihre Vorteile bei der Content-Kuration auf einen Blick:

  • Sie sparen wertvolle Ressourcen,
  • Sie filtern relevante Informationen für Ihre Zielgruppe,
  • Sie untermauern Ihren Expertenstatus,
  • Sie binden Ihr Publikum an sich,
  • Sie steigern die Reichweite auf Ihren Online-Kanälen,
  • Sie stärken das Image Ihres Unternehmens und die Markenbildung.

Fazit: Richtig gemacht, profitiert sowohl Ihre Community als auch Ihre Marke davon, wenn Sie Inhalte kuratieren. Achten Sie jedoch auf einen ausgewogenen Mix. Ihre eigenen Inhalte haben immer Priorität!

Bildquelle: © Anatoliy Babiy, iStock

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Christof Nikolai

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