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AFBMC 2015: Mobiler Video-Content is King

19. März 2015

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Ein Muss für jeden Social Media Manager: Auf der AllFacebook Marketing Conference 2015 gab es jede Menge zukunftsweisende Trends und Best Practice-Beispiele rund um Facebook. Haben Videos die Fotos abgelöst? Wie funktioniert Echtzeit-Marketing? Sind Hashtags überhaupt sinnvoll? Diese und viele weitere spannende Fragen kläre ich für Sie. Tauchen Sie ein in die Social Media-Zukunft.

Die Gründer von AllFacebook moderierten die Konferenz: Philipp Roth und Jens Wiese

Die Gründer von AllFacebook moderierten die Konferenz: Philipp Roth und Jens Wiese

Native Videos: Social by Design – wer braucht noch YouTube?

Kein Post ohne Foto! Der letzte Facebook-Trend wurde vor gar nicht allzu langer Zeit ausgerufen, da wird schon die nächste Sau durchs Dorf getrieben: Videos. Clips werden immer beliebter bei Facebook, interessant dabei ist vor allem: Facebook selbst stärkt die Funktion der Native Videos – Videos, die vom User selbst hochgeladen werden. Was hat das zur Konsequenz? Facebook schwächt damit eindeutig YouTube und Co. Wir können gespannt sein, wohin das führen wird.

Innerhalb von zwei Jahren sind die Videoaufrufe bei Facebook um mehr als 200% gestiegen, der mobile Zugriff auf Clips sogar um unglaubliche 530% – was für beeindruckende Zahlen von der AFBMC 2015! Demnach ist es für uns Social Media-Verantwortliche ein Muss, endgültig auf den Trend einzugehen:

  1. Unter realen Bedingungen testen – die Posts nicht nur auf dem Desktop prüfen, sondern mobil.
  2. Videobotschaften produzieren, die auch ohne Ton funktionieren – dank der Autoplay-Funktion werden Clips automatisch abgespielt, aber zunächst lautlos.
  3. 3-Seconds-Audition – die visuellen Inhalte müssen innerhalb der ersten drei Sekunden überzeugen und die Markenbotschaft übermitteln.

Scrollytelling: Bildsprache bei Facebook

Diese Drei-Sekunden-Regel gilt nicht nur für Videocontent, sondern auch für die Bildinhalte bei Facebook. Nach Björn Ollhäuser von BMW haben User inzwischen eine „Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs“. Daraus leitete er auch das Buzzword Scrollytelling ab: Bildsprache ist das A und O, wenn jeder Post um die Aufmerksamkeit der Nutzer kämpft – sonst wird einfach weiter gescrollt.

Die Bilder müssen knallen! Aber was heißt das genau? Nackte Haut, Stars in Posen, Tiere und Babys sowie Bilder, die den Inhalt nur anteasern, funktionieren immer. Die Bildsprache muss vor allem auf den mobilen Facebook-Nutzer optimiert werden, denn 17 Millionen Deutsche nutzen Facebook inzwischen auf mobilen Endgeräten. Also: think mobile!

Damit meine ich jedoch nicht, nur noch topgestylte Hochglanzbilder zu bringen. Ganz im Gegenteil: Auch bei Facebook funktioniert der behind the scences-Look einfach noch am besten. Ein Traum für jeden Social Media Manager, wenn diese Fotos dann auch noch User Generated Content sind. So lässt sich der eigene Erfolg direkt mit der Nutzer-Identifikation verknüpfen.

Die Kür im Social Web: Echtzeit-Marketing

Ein weiterer Trend ist Marketing in Echtzeit – Firmen, die auf aktuelle Ereignisse besonders charmant eingehen, erreichen letztendlich die meisten User. Eine Kür, die noch nicht viele draufhaben. Hierbei hapert es oft an den Ressourcen: Um Realtime-Marketing zu verwirklichen, müssen alle Kanäle ständig beobachtet werden. Dazu gehört auch eine flache Abstimmungshierarchie sowie eine große Portion Mut.

Das aktuelle Beispiel #dressgate ist ein wunderbares Beispiel dafür: Ein blau/schwarzes bzw. weiß/goldenes Cocktailkleid hat im Social Web für einen regelrechten Aufschrei gesorgt. Viele User sahen das Kleid in einem klaren Blau, andere wiederum in strahlendem Weiß. Soweit so gut. Doch wie finde ich den Dreh auf die eigene Marke? Die Großen im Geschäft zeigen es Ihnen: Sixt zum Beispiel, hat es mal wieder geschafft!

Facebookpost Ippen Digital Media

In Sachen Echtzeit-Marketing hatte auch der Social Media-Leiter von ProSieben, Matthias Mehner, etwas in petto. Ein Bestandteil der Content Strategie zur Castingshow „The Voice of Germany“ sind Autogrammkarten in digitaler Form. Fans schicken ihre Anfrage über Twitter und erhalten innerhalb weniger Minuten ein Foto mit einem personalisierten Spruch von ihrem Idol.

Diese Zusammenarbeit mit dem Start-up Idolcard demonstrierte Mehner gleich bei der AFBMC. Auch ich habe als Direktantwort auf einen Tweet sofort eine persönliche Fancard erhalten – Chapeau.

Emotionen triggern die Fans: Freude und Wut animieren am besten

Die Social Media-Strategie von ProSieben hat es gezeigt: Facebook funktioniert nur über Emotionen. Bereits zwei Drittel aller Posts enthalten welche – sowohl positive als auch negative. Die vier zentralen sind: Trauer, Angst, Wut und Freude.

Stephan Eyl und Nicolas Graf von Kanitz (FanPageKarma) richten sich bei Emotionen nach dem Energielevel, das diese mit sich bringen. Bei Freude und Wut ist das Level besonders hoch, deswegen funktionieren Posts mit diesen Emotionen am besten. Gerade Posts, die Freude vermitteln, sind für Facebook optimal. Denn – wie jeder weiß – Freude wird durch Teilen größer, also ideal für viele Likes, Kommentare und Shares.

Und wie lassen sich Emotionen transportieren? Natürlich über richtig guten Content in Form von Videos, Fotos oder Infografiken im Zusammenspiel mit Text. Beides muss zusammen eine Geschichte erzählen – Stichwort Storytelling. Inhalte werden eben nicht für den EdgeRank produziert, sondern für die Community selbst.

Reichweite = Interaktionen = Emotionen
= Text & Bild passend zum Fan

(FanPageKarma – AFBMC 2015)

#Hashtag: Der Sinn und Unsinn bei Facebook

Gehören Hashtags zu erfolgreichen Facebook Posts nun dazu oder nicht? Hashtags gibt es bei Twitter schon seit sechs Jahren, Facebook ist 2013 als Nachzügler auf den Zug aufgesprungen. Doch Vorsicht: Nicht auf jeder sozialen Plattform funktionieren die Themenverlinkungen via Raute gleich. Karim-Patrick Bannour hat uns in seinem Vortrag auf der AFBMC 2015 klar gemacht, wie schlecht die Facebook-Suche auf Hashtags reagiert – in den meisten Fällen nämlich gar nicht.

Also alle Hashtags weglassen? In Werbeanzeigen bei Facebook definitiv! Hashtags lenken den User nur ab. Wenn bei der Anzeige dann auch noch pro Klick gezahlt wird, hat der Werbende doppelt verloren. Der User wird in die Leere geleitet und das kostet dann auch noch ordentlich Geld.

Trotz der vielen Kritik hat der Agenturchef Bannour ein paar Tipps zur Verwendung von Hashtags. Sie sollten kurz, prägnant, eindeutig und einfach sein. Sie machen Sinn bei:

  • Realtime-Marketing – Hashtags nutzen, die gerade angesagt sind.
  • Markennamen – Produkte oder Labels können mit Hashtags versehen werden.
  • Mottos – #tbt, #lookoftheweek, #tuesdayshoesday
  • Postingserien – bei längeren Kampagnen machen Hashtags durchaus Sinn.

Allgemein gilt jedoch: Verlinkungen auf Personen oder Fanpages bringen mehr Reichweite als Hashtags! Denn Hashtags dienen bei Facebook vor allem dazu, Wörter hervorzuheben oder den Text mit Stichwörtern zu verkürzen – wirklich viel mehr Nutzen ist nicht erkennbar, außer bei den sogenannten Selbstläufern.

Facebook und Instagram unterscheiden sich deutlich in der Verwendung von Hashtags. Mehr als zwei Hashtags werden beim Social Media-Riesen nicht empfohlen, die Bildplattform ist dagegen gerade bei elf Hashtags besonders effizient.

Fazit zur AFBMC 2015 in München

Information Overload: Meine Finger glühen immer noch vom Dauer-Twittern. Aber es hat sich gelohnt! Viele Aspekte haben es leider nicht in den Beitrag geschafft, ich werde sie aber im Arbeitsalltag ganz bestimmt beherzigen. 🙂

Bildquelle: © Ippen Digital Media

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