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Königsdisziplin Teaser: So animieren Sie zum Lesen

14. Oktober 2016

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Das Schreiben von Webtexten ist wie Angeln: Nur mit dem richtigen Köder beißen die Fische an. Doch was ist das beste Lockmittel für die Fische respektive Ihre Leser? Ganz klar: Ein kreativer, ansprechender Vorspann. Wir zeigen Ihnen fünf Tipps für Teaser, mit denen Ihnen der Leserfang garantiert gelingt.

Klar, es gibt verschiedene Arten von Texten und es gibt unterschiedliche Kanäle, in denen sie erscheinen. Doch gerade im Web, in dem sich wählerische User tummeln wie die Fische im Meer, überzeugen Sie Ihre Zielgruppe nur mit einem gut konzipierten Beitrag. Dazu gehören eine knackige Überschrift und ein kreativer Teaser, der zum Lesen animiert.

Wer Text sagt, muss auch Teaser sagen

Die Definition von Klaus Meier, deutscher Journalist und Kommunikationswissenschaftler, passt daher wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge:

Als Teaser werden die Anreißer auf der Homepage oder einer Themenüberblicksseite bezeichnet. Sie verweisen auf einen Beitrag und sollen sowohl Orientierung über den Inhalt bieten als auch zum Klicken verlocken.

Während die Headline das Kind noch nicht beim Namen nennen muss, gilt das für Ihren Teaser bzw. Vorspann sehr wohl. Schaffen Sie einen Leseanreiz, indem Sie die Hauptaussage Ihres Textes beschreiben, aber nicht zu viel preisgeben. Dafür haben Sie allerdings nur wenige Zeilen Platz. Ihr Teaser muss die User in wenigen Worten packen, damit sie weiterlesen.

Das geht, indem Sie die sogenannte SPATZI-Regel berücksichtigen. Dahinter steckt ein einfaches Prinzip: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Wohnzimmer und telefonieren. Ihre Freundin ist gerade nebenan in der Küche. Am Telefon erfahren Sie, dass Ihr guter Freund Klaus bald heiraten wird. Natürlich wollen Sie diese sensationelle Nachricht sofort Ihrer Freundin mitteilen.

Was sagen Sie also? Sie rufen: „Spatzi, stell dir vor, der Klaus heiratet!“ Dieser Küchenzuruf ist kurz und bringt das Thema auf den Punkt. Er ist stilsicher, prägnant und anregend für den Leser. Zudem ist er technisch einwandfrei und zielsicher auf den jeweiligen Adressaten zugeschnitten. Und das Wichtigste: Ihr Zuruf ist inhaltlich relevant. Voila – das ist SPATZI.

  • Stilsicher
  • Prägnant
  • Anregend
  • Technisch einwandfrei
  • Zielsicher
  • Inhaltlich relevant

Genau diese kurzen, knackigen Sätze machen einen guten Teaser aus. Soweit die Theorie – doch wie sieht das Ganze nun in der Praxis aus?

Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler

Mit diesen fünf Tipps wird Ihr Teaser perfekt:

1. Legen Sie den Köder aus

Sprechen Sie Ihre Leser im Teaser direkt an – etwa durch ein aktuelles Ereignis, einen relevanten Anlass oder eine allgemeine Einschätzung. Beispiel: „Eine weiche Angelrute ist beim Fischen ein Muss“. Liest der User diese Aussage, denkt er sich entweder „ja, stimmt“ – oder er frägt sich „wieso ist das ein Muss“? In beiden Fällen haben Sie Ihr Ziel erreicht und der Leser wird neugierig.

2. Gewähren Sie Einblick in Ihren Text

Verraten Sie, um welches Thema sich Ihr Beitrag dreht. Beispiel: „Anfänger sind häufig damit überfordert, die passende Angel für ihre Ausrüstung zu finden – das gefährdet den Erfolg“. So wissen die User sofort, es geht um Fischen und um das dazugehörige Equipment. Nehmen Sie aber nicht alles vorweg. Sonst wenden sich Ihre Leser ab, da sie denken, Ihr Text bietet keine weiteren Informationen oder Antworten mehr.

3. Geben Sie einen Ausblick darauf, was die Leser erwartet

Kündigen Sie Ihren Lesern an, was sie im Text erfahren, wenn sie weiterlesen. Beispiel: „Mit diesen Tipps für die richtige Angelrute fangen Sie im Handumdrehen Fische.“ So schaffen Sie einen „Cliffhanger“, das heißt, der Vorspann hört genau dann auf, wenn es spannend wird. Jetzt haben die User keine Wahl mehr: Sie müssen weiterlesen, damit sie erfahren, wie sie beim Angeln erfolgreich sein können

4. Vermeiden Sie komplizierte Sätze

Ein Teaser muss schnell zu erfassen und verständlich sein. Schreiben Sie daher simpel und kurz. Das schaffen Sie am besten mit gut strukturierten Hauptsätzen. Verzichten Sie auf Nebensätze und langwierige Einschübe. Als Faustregel gilt: Drei kurze Sätze bzw. 140 bis 300 Zeichen sind genug.

5. Aktivieren Sie Ihre Leser

Schreiben Sie Ihren Teaser aktiv statt passiv. Vermeiden Sie die Vergangenheitsform und bleiben Sie möglichst im Präsens. Auch mit Substantiven sollten Sie sparsam umgehen – verwenden Sie besser starke Verben! Das macht Ihren Text lebendiger und „dringlicher“. Stellen Sie zum Beispiel eine Frage oder sprechen Sie Ihre Leser mit einem „Call-to-Action“ an („Erfahren Sie mehr!“). So werden die User erst recht dazu motiviert, Ihren Beitrag zu lesen.

Extratipp: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Text gut lesbar ist. Doppelpunkte oder Bindestriche helfen Ihnen dabei, Ihren Beitrag zu strukturieren. So erkennen Ihre Leser auf einem Blick das Grundthema und werden nicht abgelenkt. Mit Doppelpunkten verhindern Sie zudem Nebensätze und Einschübe. So zaubern Sie einen Teaser, der garantiert zum Lesen verführt.

Bildquelle: iStock, annagrandt,

Quelle Zitat: Wikipedia

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Christof Nikolai

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