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Digital Marketing: Wie sieht die Zukunft aus?

8. Mai 2017

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Mobile, Social Media und Influencer – Digital Marketing hat sich durch neue Techniken rasant verändert. Doch welche Herausforderungen und Chancen birgt Marketing heute? Wichtig ist vor allem eines: Fokussieren Sie sich auf Ihre Kunden. Das ist der Tenor der „Deep.48forward: Digital Marketing Masterclass“ in den Design Offices in München. Hier verraten sechs Experten, wie Marketing im digitalen Zeitalter funktioniert.

Marken in Bewegung – User in Bewegung

Um als Unternehmen im Digital Marketing Fortschritte zu machen, brauchen Sie eine langfristige Business-Strategie. Sonst droht Stillstand oder sogar ein Rückschritt. Eine Marke ist heute ständig in Bewegung, meint Alan VanderMolen von WE Communications. Reagieren Sie in Echtzeit auf Veränderungen, denn: Auch Ihre User bewegen sich. Lenken Sie sie deshalb gezielt in Ihre Richtung.

Customer journey starts on customers own.                                                                                                                                                                                                                       (Alan VanderMolen)

Wie das geht? Es gibt zahlreiche rationale und emotionale Faktoren, die Ihre Kunden zum Handeln bringen. Um dicht am User zu sein, muss eine Marke ein digitales Ökosystem erschaffen, das sich – vom technologischen Fortschritt getrieben – selbst kontinuierlich verändert. Nutzen Sie ausgewählte Kanäle sinnvoll und bieten Sie Ihren Kunden einen relevanten (Mehr-)Wert, um sie langfristig zu binden. Dafür sollte Ihr Content Folgendes transportieren, findet VanderMolen:

  • Produkt- und Marken-Werte (= Fakten, Nutzen und Geschichte, Menschen dahinter)
  • Unterhaltungswert (= Geschichten, die den User unterhalten)
  • Sozialer Nutzen (= soziales Engagement des Unternehmens)

Mit der Customer Journey „theoretisch die Welt retten“

Diesen Satz sagt Till Kaestner von akom360 zwar im Spaß, doch die Devise ist: Kenne Deinen Kunden! Darum sollten Sie als Grundlage jeder Business-Strategie zunächst eine Customer Journey erarbeiten. Für Kaestner gibt es drei Gründe, warum ein potenzieller Kunde mit Ihrer Marke in Berührung kommt:

  • Er sucht nach der Lösung für ein Problem.
  • Ihm ist langweilig.
  • Er will kommunizieren.

Lernen Sie die Berührungspunkte (Touch Points) des Users mit Ihrer Marke, seine Bedürfnisse (Pain Points) und Ihre Entwicklungspotentiale kennen. Nur so erreichen Sie ihn effektiv, setzen Schwerpunkte und bauen eine nachhaltige Beziehung zu Ihrer Zielgruppe auf.

Social Media Marketing: Relevanz ist alles

Jedes Unternehmen will auf den Social Media-Zug aufspringen. Allerdings gibt es dabei laut Helge Ruff von 1-2-social oft Schwierigkeiten. Er formuliert fünf Thesen:

  1. Anspruch an den Content ist so hoch wie nie.
  2. Unternehmen wissen nicht, was die User wollen.
  3. Es fehlt an Ressourcen, um passenden Content zu erstellen.
  4. Socal Media User sind faul geworden und wollen unterhalten werden.
  5. User nehmen die Posts gar nicht wahr.

Hinzu kommt, dass zum Beispiel Facebook Content von Medienhäusern vorzieht und den von anderen Marken ignoriert. Die gute Nachricht: Sie können den Logarithmus studieren, indem Sie regelmäßig posten und dabei lernen, welche Posts funktionieren, da ist sich Florian Konrad Schmitz von viralwunder sicher.

Bringen Sie den User zum Thumb Stop

Wenn der Anwender über den Newsfeed scrollt liegt die Aufmerksamkeit bei drei Sekunden, denn Ablenkungen sind allgegenwärtig. Bringen Sie den User mit dem Daumen zum Anhalten, indem Sie sein Interesse wecken. Egal, was – es kommt darauf an, WIE Sie Ihren Post präsentieren. Bloß nicht kompliziert – der Post muss einfach sein. Das gilt für Bilder, Videos, Links und Werbeanzeigen.

Das Wichtigste laut Ruff: Ihr Bild. Es braucht einen klaren Fokus, um den Kunden zu catchen. Komplexer Content überfordert den Social Media-Nutzer. Thema, Botschaft und Text will er sofort erfassen. Doch vor allem muss Ihr Inhalt für den User relevant sein, sonst ignoriert er ihn. Lernen Sie, was Ihr User will. Entwerfen Sie eine Strategie.

Digital Marketing mit Social Media

Was Sie sonst noch tun können? Das verrät Schmitz: Er nennt das Zauberwort Social Seeding. Schließen Sie Kooperationen mit relevanten Medienhäusern, die Ihre Inhalte teilen. Nehmen Sie etwas Budget in die Hand, um Ihre Reichweite zu vergrößern. Organisches Wachstum ist heute kaum noch möglich, meint Schmitz.

Influencer Marketing: Der richtige Mix macht’s

Für André Gebel von coma sind Influencer im Digital Marketing nach wie vor eine lohnende Investition. Denn sie machen, was die Unternehmen selbst nicht schaffen: unterhalten, amüsieren, inspirieren und zum Kaufen anregen – und das mehr oder weniger subtil.

Die Vorteile einer Kooperation:

  • Influencer sind nicht an Markeninteressen gebunden.
  • Sie bespielen oft ein Millionen-Publikum über verschiedene Kanäle.
  • Sie verbessern Ihr Suchmaschinen-Ranking.
  • Sie ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, sodass die User bis zum Ende lesen oder schauen.
  • Micro-Blogger bedienen auch Special Interest-Gruppen.

Den richtigen Influencer finden: „Es ist wie beim Freunde suchen“

Blogger, YouTuber und Co. erfüllen die Erwartungen von Unternehmen nicht immer. Um eine Enttäuschung zu vermeiden, sollten Sie sich Ihre Kooperationspartner im Vorfeld genau anschauen. Dafür gibt Gebel fünf Tipps:

  1. Brainstormen Sie zusammen mit den Influencern, welche Marketing-Aktionen Sie durchführen wollen.
  2. Suchen Sie sich kleine und große Partner aus, die für Ihre Zielgruppe interessant sind.
  3. Halten sie alles, was Sie vereinbart haben, vertraglich fest.
  4. Kennzeichnen Sie den Content als Werbung, dann sind Sie auf der sicheren Seite.
  5. Legen Sie vorher ein Budget fest.

Die Zusammenarbeit mit einem Meinungsmacher oder Blogger sollte in die Content-Strategie eingebettet sein und konkrete Marken-Ziele verfolgen.

Leute, schaut auf Eure Zahlen!

Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts, heißt es so schön. Benjamin Pannen von Oplayo betont, dass wirklich jeder regelmäßig einen Blick in seine Tracking Dashboards wie Google Analytics und Co. werfen sollte. Er zeigt, wie sich anhand der Attribution der Kanäle das Werbebudget besser verteilen und der Wert von Evergreen Content und SEO-Maßnahmen messen lässt.

Auch andere Sprecher heben hervor, wie wichtig die Analyse der Zahlen ist. Einig sind sie sich vor allem im einen Punkt: Daten und Zahlen müssen in einem Unternehmen für alle relevanten Beteiligten zugänglich sein. Nur so lassen sich Marketing-Strategien und Kampagnen kontinuierlich verbessern.

Fazit der Digital Marketing Masterclass

Wie das Digital Marketing der Zukunft aussieht, weiß wohl keiner so genau. Fakt ist: Es gibt heute viel mehr Berührungspunkte als früher, an denen Sie mit Ihrer Zielgruppe in Kontakt treten. Treffen Sie Ihre Kunden crossmedial dank einer Marketing-Strategie, die über alle Kanäle geht. Multi-Channel lautet das Motto.

Lernen Sie Ihren Kunden kennen. Langweilen Sie ihn nicht mit Werbung – erzählen Sie ihm eine Geschichte. Bieten Sie Ihrem Nutzer das, was er will – überall, zu jeder Zeit und so schnell wie möglich. Hören Sie Ihren Kunden zu. Denn eines gilt mehr denn je: Der Kunde ist König – auf allen Kanälen.

Bildquelle: © SIphotography/iStock

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Barbara Kraus

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