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Das bedeutet der neue Facebook-Feed für Firmen

1. Juli 2016

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Mark Zuckerberg hat offenbar unsere Kritik am überladenen Newsfeed auf Facebook gelesen: Das Netzwerk hat angekündigt, die Postings und Aktivitäten der eigenen Freunde stärker zu gewichten und somit im Nachrichten-Feed häufiger anzuzeigen. Für Unternehmen, die auf Facebook aktiv sind, ist das keine gute Nachricht. Hier lesen Sie, worauf Sie jetzt bei Ihrer Fanpage achten müssen.

Zurück in die Zukunft: Facebook wird wieder social

Dass ein soziales Netzwerk gelegentlich an den eigenen Rädchen schraubt, um seinen Nutzern ein besseres Erlebnis zu bieten, hat eigentlich keinen großen Neuigkeitswert – außer es handelt sich dabei um Google. Doch die angekündigten Änderungen im Algorithmus bei Facebook haben es in sich.

Die Plattform besinnt sich auf ihre Wurzeln und will wieder mehr „social“ sein. Im Klartext: Facebook gewichtet die Inhalte, die Ihre Freunde veröffentlichen, liken oder teilen, künftig stärker und platziert sie prominenter im Newsfeed. Das bedeutet, dass sich Ihre Timeline ändern wird. Statt den Beiträgen der Fanseiten, die Sie abonniert haben – etwa von Marken oder Medien – sehen Sie demnächst wieder häufiger Beiträge Ihrer Freunde.

Facebook regiert damit auf die Sorge vieler Nutzer, dass sie Neuigkeiten von wichtigen Freunden und Verwandten verpassen, so Facebook-Manager Lars Backstrom in einem Blog-Beitrag. Den Betreibern großer Fanpages liegt diese Ankündigung schwer im Magen. Denn die Änderungen am Newsfeed dürften dazu führen, dass zahlreiche Fanseiten an Reichweite und Popularität verlieren werden.

Freunde werden wichtiger: Facebook ordnet seinen Newsfeed neu und stößt dabei insbesondere Medienunternehmen vor den Kopf.

Freunde werden wichtiger: Facebook ordnet seinen Newsfeed neu und stößt dabei insbesondere Medienunternehmen vor den Kopf.

Der neue Facebook-Algorithmus: Bad News für die News-Branche

Insbesondere Verlage und Medienunternehmen, also die klassischen News-Lieferanten, sehen sich dadurch unter Druck gesetzt. Schließlich ist Facebook für sie eine bedeutende Traffic-Quelle, und auch Facebook profitiert vom Engagement der Medienhäuser. So hat sich das Zuckerberg-Imperium zu einem der wichtigsten News-Lieferanten der Internetnutzer gemausert.

Durch die angekündigte Verschiebung der Prioritäten zwingt Facebook die Seiten-Betreiber dazu, mehr Inhalte zu veröffentlichen, die Nutzer teilen, kommentieren oder an Ihre Freunde weiterleiten. Schließlich gilt die Faustregel nach wie vor, dass Beträge häufiger im Newsfeed laufen, die eine hohe Relevanz – also ein hohes Maß an Interaktionen aufweisen.

Das können im (Ideal)Fall der Medienhäuser meinungsstarke Texte zu politischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sportlichen Ereignissen sein. Im schlimmeren – aber wahrscheinlicheren – Fall dominieren dann „Aufreger“, also besonders knallige und übertriebene Themen den Newsfeed. Schließlich werden überzogene Beiträge besonders häufig kommentiert und weiterverbreitet.

Deshalb ist zu befürchten, dass die Nachrichtenanbieter der Versuchung erliegen, Ihre Inhalte zuzuspitzen und noch stärker als bisher auf Meinungsmache statt Information setzen. Oder wir erleben eine starke Renaissance der bunten, harmlosen Inhalte, die von einem Klickrekord zum nächsten jagen – sprich „Cat Content“ 😉

Ein User von tagesschau.de bringt die möglichen Auswirkungen der Änderung am Algorithmus in seinem Kommentar auf den Punkt:

„Je leichter verdaulich das geistige Fastfood, desto öfter wird es geteilt. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass differenzierte Ansichten noch weniger Chancen haben werden. Es wird dadurch nur noch wenige Strömungen (Main-Streams) bei Facebook geben, die viel beschworene Vielfalt verkümmert immer weiter, während platte und populistische Tendenzen verstärkt werden.“

Facebook lässt mit dieser Änderung seine Muskeln spielen. Der Internetgigant zeigt einmal mehr, dass er Medienanbieter nicht als gleichwertige Partner betrachtet. Die Plattform bietet zwar mit den neu eingeführten Instant Articles ein Format an, mit denen Nachrichtenhäuser ihre Inhalte direkt auf Facebook veröffentlichen können. Welchen Content die Nutzer letztlich zu sehen bekommen, entscheiden aber weder sie noch die Medienunternehmen. Denn das tut Facebook bzw. dessen Algorithmus.

Änderungen am Newsfeed: Tipps für Unternehmen

Wie sich die angekündigten Änderungen auf die Inhalte des Newsfeeds genau auswirken, lässt sich noch nicht absehen. Stellen Sie sich als Betreiber einer Fanpage jedoch auf folgende ToDos ein:

  • Optimieren Sie Ihre Social Media-Strategie.
  • Publizieren Sie mehr Inhalte, damit Sie Ihre Chancen erhöhen, im Newsfeed aufzutauchen.
  • Veröffentlichen Sie nur hochwertigen Content, der Ihre Leser aktiv zum Liken, Kommentieren und Teilen auffordert.
  • Kommunizieren Sie attraktive Botschaften mit starken Bildern.
  • Kontrollieren Sie die Reichweite und die Interaktionen Ihrer Beiträge und passen Sie Ihren Veröffentlichungsrhythmus gegebenenfalls an.

Bildquelle: © pixabay

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Christof Nikolai

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