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Facebook: Social Meta-Tags gefragt

14. Juli 2017

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Schon länger geht Facebook gegen Fake Meldungen und Klickbaiting im Newsfeed vor. Die neueste Änderung: Künftig dürfen Sie die Link-Vorschau bei Postings nicht mehr bearbeiten. Lesen Sie hier, wie Sie vermeiden, dass so Beiträge ohne Bild und passendem Text auf Ihrer Facebook-Seite erscheinen.

Facebook: So ändert sich die Link-Vorschau

In der bunten Social Media Welt finden Sie jeden Tag einen Aufreger oder zumindest einen Lacher. In dieser Woche landete HSV-Fan Simon den Viral-Hit, über den jeder spricht. Nachdem der FC Bayern München auf Facebook über die Verpflichtung eines neuen Spielers informierte, lobte der HSV-Anhänger den Transfer in höchsten Tönen.

So nutzt ein HSV-Fan die Kommentarfunktion bei Facebook für einen Seitenhieb gegen den FCB.

HSV-Fan Simon kapert die Facebook-Seite des FC Bayern. Quelle: Eigener Screenshot.

Für einen Fan des Hamburger Traditionsvereins eine verwunderliche Aktion – schließlich sind die beiden Klubs nicht gerade freundschaftlich miteinander verbunden. Kurze Zeit später bearbeitete Simon allerdings seinen Kommentar und änderte den Text einfach in „Nur der HSV“ um. Was für ein Affront auf der Facebook-Seite des Konkurrenten! Bei den Usern kam der Seitenhieb gegen den FC Bayern allerdings gut an, was die zahlreichen Likes und Interaktionen beweisen. Auch der HSV selbst freute sich über die ungeplante Promotion und klatschte Beifall. Dieses amüsante Beispiel zeigt, wie ein Beitrag in eine ganz andere Richtung steuert, weil Sie die Möglichkeit haben, den Inhalt nachträglich zu bearbeiten.

Das ist einer der Gründe, warum Facebook in letzter Zeit verstärkt gegen Fake-News und Klickbait-Posts vorgeht. Diese täuschen die User mit Links und entsprechenden Texten, die mit dem verknüpften Content aber nichts zu tun haben. Zudem verändern Publisher von Fake-News gezielt Vorschautexte, um User mit falschen Informationen in die Irre zu führen. Facebook straft diese Spammer ab, indem es die organische Reichweite entsprechender Posts drastisch abschwächt. Schließlich will das Netzwerk den Newsfeed relevant und informativ für die User halten. Jetzt geht Facebook noch einen Schritt weiter.

Denn was bei den Kommentaren noch funktioniert, wird bei Ihren Posts bald nicht mehr klappen: Facebook eliminiert ab dem 17. Juli 2017 die Option, dass Sie die Vorschau bei Link-Posts bearbeiten können. Damit entfällt die Möglichkeit, Tippfehler anzupassen, zusätzliche Infos im Teaser zu ergänzen oder ein passendes Foto hinzuzufügen. Gleichzeitig droht die Gefahr, dass Facebook Bild und Text Ihres Posts nicht mehr korrekt anzeigt, da die sogenannten Social Meta-Tags fehlen. Dann könnte Ihr Post so aussehen:

So sieht eine Website ohne Social Meta-Tags aus.

Hoppla! Bei dieser Website fehlen die Social Meta-Tags. Quelle: Eigener Screenshot.

Bis jetzt passen Sie in so einem Fall einfach den abgeschnittenen Text im Link an und laden ein neues Foto hoch. Damit korrigieren Sie unkompliziert die unschöne Darstellung des Posts bei Facebook.

Wollen Sie den Linktext bearbeiten, klicken Sie in das entsprechende Linkfeld.

Zum Bearbeiten der Link-Vorschau reicht ein Klick im Linkfeld. Quelle: Eigener Screenshot.

Doch in Zukunft gilt: Wenn Sie zu Ihrem Online-Angebot verlinken und der entsprechende Post sieht in der Vorschau nicht gut aus, können Sie das nicht mehr ändern. So riskieren Sie, unschöne Posts zu veröffentlichen, damit Ihre Fans zu irritieren und Traffic zu verlieren. Schließlich erscheinen Ihre Posts im Newsfeed Ihrer Community und anderer User in einer hässlichen Optik – und das auch, wenn andere User Ihre Beiträge teilen.

Darum sind Social Meta-Tags wichtig

Wovon hängt es ab, ob Facebook Ihnen eine saubere Vorschau Ihres Links, sprich ein ansprechendes Snippet, anzeigt? Geben Sie eine URL ein, ruft Facebook diese auf und zieht sich die passenden Inhalte für die Vorschau, das heißt Bild(er), Überschrift und den Linktext.

Diese Angaben liest das Netzwerk automatisch aus den „Open Graph-Tags“ (OG-Tags) einer Website aus. Sie basieren auf dem „Open Graph”-Protokoll, das Webobjekte mit Social Media-typischen Elementen wie Fotos oder Videos anreichert. Diese Social Meta-Tags sind wie andere Meta-Tags Bestandteil des HTML-Codes einer Seite und für die User unsichtbar. Damit ein Webinhalt kompatibel zum „Open Graph”-Protokoll ist, müssen Sie in den OG-Tags vier essentielle Attribute definieren.

  • og:title: der Titel Ihrer Website oder Ihres Inhalts
  • og:type: der Medientyp Ihres Inhalts, etwa Foto oder Video
  • og:image: das Bild zu Ihrem Inhalt
  • og:url: die URL, die Sie verlinken

Erst, wenn diese Attribute „vertaggt“ sind, erscheint Ihr Webinhalt auf Facebook als Snippet in diesem Format.

Ein Beispiel für einen Post mit Social Meta-Tags.

So sieht ein Post mit den passenden Social Meta-Tags aus. Quelle: Eigener Screenshot.

Daneben gibt es auch noch weitere OG-Tags. Findet die Suchmaschine des Netzwerks keine dieser Kennzeichnungen, nutzt sie vorhandene Meta-Tags – so wie auch Google bei der Darstellung des Snippets in den Suchresultaten. Die Meta-Tags spielen eine große Rolle bei der Suchmaschinenoptimierung. Nur, wenn Sie passende Tags und relevante Keywords eintragen, erzielen Sie ein gutes Ranking Ihrer Website in den Suchergebnissen. Allerdings erzeugen diese für Facebook und andere soziale Netzwerke wie Twitter nicht immer eine optimale Darstellung. Die Folgen sind verpixelte Fotos, abgeschnittene Texte oder eben komplett fehlende Fotos. Integrieren Sie daher Social Meta-Tags, um sich und Ihr Unternehmen optimal auf Facebook zu präsentieren. Schließlich wollen Sie Ihre Community regelmäßig mit interessanten und visuell ansprechenden Posts versorgen.

So binden Sie Social Meta-Tags ein

Falls Sie bis jetzt noch keine OG-Tags auf Ihrer Website hinterlegt haben, sollten Sie diese hinzufügen oder bestehende optimieren. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten.

  • Sie integrieren sie über ein Plugin in Ihrem Content Management System (CMS).
  • Sie schreiben sie manuell in den HTML-Code Ihrer Website.

Verwenden Sie ein CMS für Ihr Online-Angebot, fügen diese in der Regel automatisch Meta-Tags zu Ihrer Website und den jeweiligen Unterseiten hinzu. Zusätzliche Plugins, die Sie in der Regel kostenlos downloaden, ergänzen die Social Meta-Tags auf Ihrer Seite. Verwenden Sie zum Beispiel WordPress als CMS, wählen Sie zwischen Plugins wie etwa YoastSeo oder OpenGraph aus.

Sie profitieren in vielerlei Hinsicht, wenn Sie Ihre Social Meta-Tags optimieren:

  • Sie schneiden Ihre Inhalte zielgruppengerecht auf den jeweiligen Social Media-Kanal zu.
  • Sie entscheiden selbst, wie Ihr Snippet angezeigt wird – und damit auch, wie es andere User im Newsfeed sehen.
  • Sie bieten Ihrer Community eine professionelle und saubere Darstellung Ihrer Webinhalte
  • Sie steigern die Interaktionsraten, da Sie mit Ihren Posts mehr Aufmerksamkeit erzielen.
  • Sie erreichen mehr User, die somit auch Ihr Unternehmen stärker wahrnehmen.

Wie finden Sie heraus, welchen Social Meta-Tags bereits auf Ihrer Seite hinterlegt sind? Nutzen Sie dazu verschiedene Tools. Mit dem hauseigenen Facebook Debugger überprüfen Sie die Darstellung Ihrer Links. Zusätzlich zeigt Ihnen das Tool Fehler an und empfiehlt Verbesserungen. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch der Card Validator von Twitter. So sehen Sie schnell, wo Sie aktiv werden und die Social Meta-Tags optimieren müssen.

Bidlquelle: MHjerpe, iStock

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Christof Nikolai

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