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Teaser und Text: Tipps für eine glückliche Beziehung

9. April 2014

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Einen Teaser zu finden, erinnert ein bisschen an die Partnersuche: Der Text hat Ansprüche. Er will sich nicht an einen langweiligen Teaser binden oder an einen großspurigen mit leeren Versprechungen. Lernen Sie, wie Sie für jeden Ihrer Artikel den richtigen Partner finden – für eine glückliche Teaser-Text-Beziehung.

„Du musst deinen Artikel besser anteasern.“ Schmeißen Sie nicht beleidigt den Kopf in den Nacken, wenn Ihnen der Kollege diesen Spruch herüberruft. Wenn Sie ehrlich sind, haben Sie sich für Ihren Teaser nicht verausgabt, sondern ihn zackig vor Ihren Beitrag getippt. Für Ihren tadellosen Online-Text ist das unendlich schade. Ohne Leseanreiz klickt ihn der User schließlich nicht an.

Idealerweise beantwortet ein Teaser dem User zwei Fragen zum Text:

  • Worum geht es?
  • Warum sollte ich den Text lesen?

Niemand erwartet, dass Sie Ihren Text in der Länge einer Twitter-Nachricht, also in 140 Zeichen, zusammenfassen. Das schafft ein Teaser nicht. Es geht stattdessen um die zentrale Aussage. Journalisten nennen sie den Küchenzuruf. Das Prinzip ist simpel erklärt: Stellen wir uns ein Paar vor, der Mann steht in der Küche, die Frau ruft ihm aus dem Wohnzimmer etwas herüber, was sie gerade im Fernsehen gesehen hat:

Hey, das ZDF stellt “Wetten, dass..?” ein!

Dieser Satz bringt die Nachricht auf den Punkt, ohne sich mit Nebensächlichkeiten aufzuhalten. Wenn in Ihrem Teaser auch ein solcher Küchenzuruf steckt, der die Hauptaussage Ihres Textes wiedergibt – perfekt.

Ihr Teaser braucht eine Dramaturgie

Schaffen Sie im ersten Teaser-Satz einen Leseanreiz. Formulieren Sie dann die Kernthese Ihres Artikels und setzen Sie einen zweiten Reiz zum Weiterlesen ans Ende Ihres Teasers. Sicher kennen Sie den Ausdruck Cliffhanger. Das ist die Technik dort aufzuhören, wo es gerade spannend wird. Das funktioniert in Büchern und Fernsehserien genauso.

Gutes Teaser-Beispiel:

Die Sonne strahlt – doch im Büro von Lucien Stephenson ist immer Winter. Er verdient sein Geld mit Schnee, aus Windeln, Papier und Speisestärke. Mit den Flocken berieselt er Schaufensterpuppen und Hollywood-Stars und macht aus Berlin mal eben Moskau. (Spiegel Online)

Im ersten Satz steht ein Kontrast, der neugierig macht. Im zweiten und dritten Satz, die Nachricht, dass Lucien Stephenson Schaufenster mit künstlichem Schnee dekoriert. Und im letzten Teaser-Satz der Anreiz, auf den Artikel zu klicken. Der User will wissen: Wie macht der Typ das?

Schlechtes Teaser-Beispiel:

Bei frühlingshaftem Wetter öffnen vielerorts die Eisdielen ihre Türen. Exotische Geschmackskombinationen und Bio-Milch sind im Kommen. (FAZ.de)

Gähn! Statt mit einem solchen banalen Satz einzusteigen, gehören zwei, drei ausgeflippte Eissorten an den Teaser-Anfang. Was ist neu? Ungewöhnliche Sorten und Bioqualität sicher nicht. Und wo ist der Anreiz zum Weiterlesen? Stellen Sie sich die Frage, wie Ihr Text den Usern nützt. Was ist darin neu und besser beschrieben als bei der Konkurrenz? Löst Ihr Text ein Problem? Unterhält er den User? Machen Sie das in Ihrem Teaser deutlich.

Zehn Tipps, wie Sie Teaser besser schreiben

Teaserschreiben ist Handwerkszeug. Deshalb hilft es, diese zehn Regeln für einen guten Stil zu kennen:

  1. Kennen Sie Ihr Limit. Ein abgeschnittener Teaser ist nicht nur hässlich, sondern ärgerlich für den User. Ein Teaser ist höchstens 140 bis 300 Zeichen lang. Die meisten Teaser bestehen deshalb aus drei kurzen Sätzen.
  2. Schreiben Sie Hauptsätze ohne umständliche Nebensatz-Konstruktionen – vor allem am Satzanfang.
  3. Fast jeder Satz lässt sich aktiv statt passiv formulieren.
  4. Präsens ist unmittelbarer als die Vergangenheitsform Perfekt.
  5. Machen Sie Tempo: Setzen Sie Zäsuren durch Gedankenstriche oder Doppelpunkte.
  6. Setzen Sie keine Binsenweisheit in den Teaser wie „Unsere Welt ist schnelllebig“ oder „Winterzeit ist Erkältungszeit“. Solche Sätze sind Rausschmeißer.
  7. Überfrachten Sie Ihren Teaser nicht mit Zahlen und Informationen.
  8. Wählen Sie die direkte Rede, anstatt Menschen indirekt zu zitieren.
  9. Streichen Sie Floskeln wie „grünes Licht geben“ und „wie Sand am Meer“ aus Ihrem Teaser – aus Ihrem Artikel natürlich auch. Anglizismen, Behördendeutsch und Fremdwörter löschen Sie genauso.
  10. Setzen Sie das Keyword Ihres Textes in den Teaser. Mit welchem Wort oder welcher Phrase sollen die User Ihren Text in der Suchmaschine finden? Eine gute Hilfe, das richtige Suchwort zu finden, ist der Google Keyword-Planer.

Achten Sie zum Schluss darauf, dass Ihr Text das Versprechen, das Sie dem User im Teaser geben, erfüllt. Der User merkt sich, wenn er die angekündigten Informationen nicht bekommt.

Autor: Miriam Sahli
Bildquelle: © iStockphoto.com/grapestock

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