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Twitter-Strategie der Stars als Unternehmen nutzen

6. Februar 2014

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Ein Ihnen unbekannter Rapper aus Bottrop hat auf Twitter Tausende Follower – während Ihr Unternehmen bei einem Dutzend herumdümpelt. Der gute Mann scheint eine hervorragende Twitter-Strategie zu haben. Nun überlegen Sie, ob Sie diese Vorgehensweise auf Ihren Firmen-Account übertragen sollen. Tun Sie es! Zumindest einen Teil davon.

Im Gegensatz zu Weltstars wie Lady Gaga oder Justin Bieber haben es Unternehmen schwer, hohe Followerzahlen zu generieren. Denn nach den Accounts von Künstlern, Schauspielern und Sportlern wird aktiv gesucht – weil die Fans etwas von ihren Idolen wissen wollen und ihnen über Twitter näher kommen möchten. Diese Intention scheidet bei den meisten Unternehmen aus.

Außerdem machen viele Firmen gleich mehrere Fehler auf einmal:

  • Sie posten Werbung. Eine Grunderkenntnis aber lautet: Twitterer mögen keine Werbung. Postet ein Account zu viel Marketing-Geschwurbel, wird er gnadenlos entfolgt.
  • Sie sind langweilig. Tweets mit allzu nüchternen Ankündigungen wie „Wir haben neue AGBs“ finden keine Leser.
  • Sie reagieren nicht. Viele User nutzen Twitter als Kanal für Anregungen, Fragen oder Beschwerden. Bekommt er keine zeitnahe Antwort, ist der Follower weg.
  • Sie sind nicht aktuell. Auf Twitter ist es wichtig, welches Thema gerade im Trend ist. Verpasst das Unternehmen jede Entwicklung, wird es als fad empfunden.

Twitter-Strategie „selbst und ehrlich“

Viele Stars tweeten selbst und bieten ihren Fans damit die Möglichkeit, direkt mit ihnen zu interagieren und an ihrem Leben teilzuhaben. Ein Unternehmen, das auf Twitter Erfolg haben will, sollte sich daran orientieren. Amy Jo Martin, Gründerin der Social-Media-Consulting-Agentur „The Digital Royalty“, schreibt in ihrem Buch “Renegades write the rules”, der Twitterer muss er selbst und ehrlich sein. Frau Martin weiß, wovon sie spricht. Ihre Tipps haben Basketballer Shaquille O’Neal oder Schauspieler Dwayne „The Rock“ Johnson auf Twitter zu sehr hohen Followerzahlen verholfen.

Das umzusetzen, ist bei einem Unternehmen nicht einfach – aber möglich. Der Erfolg der Twitter-Strategie steht und fällt auch mit der Wahl des zuständigen Mitarbeiters. Er sollte social-media-begeistert, wortgewandt, spontan und ein wenig frech sein. Außerdem muss er die Zeit haben, den Account zu betreuen.

Twitter ist, anders als Facebook, ein wirkliches Echtzeitmedium. Darum ist es empfehlenswert, den Account ständig im Auge zu behalten, um schnell auf Ereignisse oder andere Tweets reagieren zu können. Der Mitarbeiter sollte – in einem vernünftigen Rahmen – selbst entscheiden dürfen, was er veröffentlicht. Muss ein möglicher Tweet erst eine kilometerlange Entscheider-Kette durchlaufen, ist die Aktualität passé.

Warum Ihrem Unternehmen folgen?

Branchenkollegen und Kunden werden Ihrem Account aus Eigeninteresse folgen. Die „normalen“ User, also diejenigen, die Sie von Ihrer Marke überzeugen wollen, brauchen dagegen einen Grund, Ihrem Unternehmen auf Twitter zu folgen. Denn tolle Produkte zu haben, reicht nicht aus – auch das ein Umstand, der einen Star-Account von dem eines Unternehmens unterscheidet. Denn dort ist der Star selbst das Produkt. Dennoch gibt es einige Punkte der Twitter-Strategie, die Sie sich von Gaga, Rihanna und Co. abschauen können:

  • Aktualität: Promis haben ihr Smartphone immer griffbereit und veröffentlichen ihre Erlebnisse in Echtzeit. Nehmen Sie sich daran ein Beispiel. Es passiert etwas in Ihrer Firma? Posten Sie es! Sofort. Idealerweise natürlich etwas Lustiges, Interessantes oder Überraschendes. Selbst der abgestürzter Rechner kann – entsprechend verpackt – Ihre Follower unterhalten. So wirkt Ihr Unternehmen persönlich und menschlich. Und das ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Ihre Twitter-Strategie.
  • Unterhaltsamkeit: Um ihre Fans bei der Stange zu halten, sind Stars in ihren Tweets nicht immer bierernst, sondern posten auch mal Skurriles oder Kurioses. Das klappt auch bei einem Unternehmensaccount. Tweets über lustige Mitbringsel der Kollegen, den Geburtstagskuchen des Chefs oder ein Firmenmaskottchen schaffen mit den richtigen Worten und einem Augenzwinkern Nähe zu Ihren Followern.
  • Ehrlichkeit: Ein Star, der dabei ertappt wird, wie er Schwindeleien oder Unwahrheiten twittert, wird oft massenweise entfolgt. Lernen Sie daraus. Erfinden Sie nichts und kehren Sie nichts unter den Teppich. Das gilt besonders bei Beschwerden, die Ihnen in die Timeline gepostet werden. Wenn Sie hier echte Transparenz schaffen, honorieren das Ihre Follower.
  • Abwechslung: Selbst der topaktuellste Promi wirkt langweilig, wenn er immer nur seinen Tagesablauf twittert. Vermeiden Sie diesen Fehler und unterhalten Sie Ihre User. Überraschen Sie sie mit Gewinnspielen, bei denen es ein Treffen mit Entwicklungs-Ingenieuren, Testimonials, Designern oder dem Vorstand zu gewinnen gibt. Das hält die Follower bei der Stange. Setzten Sie auch auf ungewöhnliche Events wie ein „Versteckspiel“, bei dem Sie einen Gewinn in der Natur deponieren und Ihre Follower mit Hinweisen via Twitter dorthin lotsen.
  • Mut: Promis erwerben sich ihren Ruhm auf Twitter auch dadurch, dass sie gegen den Strom schwimmen und sich mal etwas trauen. Diese Haltung sollten Sie sich ebenfalls zu eigen machen. Seien Sie frech und ungewöhnlich. Achten Sie aber darauf, dass Sie niemanden beleidigen oder diskriminieren.
  • Schnelligkeit: Reagieren Sie sofort auf Events, die die Twitterwelt bewegen – das tun die Stars auch und halten sich so im Gespräch. Sei es das Dschungelcamp (der Hashtag #ibes für „ich bin ein Star“ war an jedem Tag der Sendung einer der Toptrends), die Steuerhinterziehung von Alice Schwarzer oder die Bundestagswahl. Dann lesen nicht nur Ihre Follower, sondern alle User den Tweet, die nach dem Ereignis suchen. Außerdem haben Sie so die Chance, auf Tweets anderer Unternehmen zu reagieren oder selbst Trends zu setzen. Interessante Beispiele hat die Seite Mashable gesammelt.

Fazit: Die Twitter-Strategie eines Unternehmens kann nicht Eins-zu-Eins von der eines Stars übernommen werden. Die Einblicke in das Privatleben, von denen die Accounts vieler Promis profitieren, sind bei einem Unternehmen nebensächlich. Wenn Sie sich aber einige Vorgehensweisen und Ratschläge zu eigen machen, ist es durchaus möglich, ein Star zu werden – zumindest auf Twitter.

Bildquelle: © iStockphoto.com/seruvenci
Autor: Stefan Weinzierl

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