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Twitter – als Unternehmen Follower generieren

24. Oktober 2013

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Twitter ist aus der Social-Media-Welt nicht wegzudenken. In Deutschland „zwitschern“ knapp 2,5 Millionen User. Ein riesiges Potential für Ihr Unternehmen, sich bekannt zu machen und mit Kunden in Dialog zu treten. Als Werkzeug des Direktmarketing ist der Kurznachrichtendienst hervorragend geeignet – wenn Sie wissen, wie er funktioniert. Denn Twitter ist anonymer und weniger reglementiert als Facebook. Da lauern etliche Fallstricke. Außerdem werden pro Tag mehrere Millionen Tweets verschickt. Dadurch wandern Nachrichten in der Timeline schnell nach unten. Damit Ihr Unternehmen in dieser Masse nicht unbemerkt vor sich hin dümpelt, sollten Sie einiges beachten.

Vor den Erfolg hat Twitter das Profil gesetzt

Der Erfolg Ihres Accounts beginnt beim Profil. Es ist wichtig, dass künftige Follower Sie erkennen. Verstecken Sie sich also nicht hinter einer kryptischen Bezeichnung wie „Wurzlbrumpft2010“. Nennen Sie Namen und zeigen Sie klar und selbstbewusst, wer Sie sind. Wählen Sie als Profilbild Ihr Firmenlogo oder ein bekanntes Produkt aus Ihrem Haus. Sie treten als Unternehmen auf – hier bedeutet Wiedererkennung Erfolg. Füllen Sie das Profil vollständig aus – vor allem die „Bio“ – so ist dem User sofort klar, mit wem er es zu tun hat. Als Hintergrund sollten Sie ein Bild wählen, dass Ihrer CI entspricht. Auch das steigert den Wiedererkennungseffekt.

Vor dem Tweeten denken

Bevor Sie den ersten Tweet veröffentlichen, sollten Sie sich klarmachen, wer Ihre Zielgruppe ist und warum Sie tweeten. Wollen Sie bekannter werden? Oder Ihren Kunden Neuigkeiten aus der Branche mitteilen? Oder möchten Sie Ihren Account als Supportkanal nutzen? In jedem Fall sind Sprachwahl und Art der Konversation anders. Dabei spielt auch die Art Ihres Unternehmens eine Rolle. Als Versicherung werden Sie ein anderes Sprachbild pflegen als ein Snowboard-Hersteller. Die Sprache sollte Ihnen entsprechen. Das erwarten die User – und goutieren es auch.

Erstellen Sie einen Redaktionsplan, bevor Sie loslegen. Legen Sie fest, wann Sie was veröffentlichen. Beachten Sie dabei ein paar Regeln:

  • Keine Werbetweets! Das können Twitterer gar nicht leiden.
  • Seien Sie informativ, spannend und unterhaltsam.
  • Bieten Sie Mehrwert. Allgemeinplätze will keiner lesen
  • Nutzen Sie Hashtags. Diese Stichwörter helfen, Ihre Nachricht zu finden.
  • Verlinken Sie Bilder, Videos oder pdf. Lassen Sie Ihren Account „leben“.
  • Bomben Sie Ihre Follower nicht mit Tweets zu. Drei am Tag reichen aus.
  • Schauen Sie mal in die Trends – vielleicht passt ein Thema ja zu Ihnen

Wer teilt, hat mehr von Twitter

Twitter funktioniert nach dem „Wie Du mir, so ich Dir“-Prinzip. Nur wenn Sie selbst aktiv folgen, retweeten und favorisieren, wächst Ihre Follower-Gemeinde. Sonst verpuffen Ihre Tweets in den Weiten der Timeline. Das bedeutet Aufwand, der sich aber lohnt.

Zu Beginn hilft es, wenn Sie Accounts von Mitbewerbern, Koryphäen oder offiziellen Stellen suchen und diesen folgen. Treten Sie mit diesen in Dialog und durchforsten Sie ihre Follower-Listen – hier finden Sie bestimmt weitere Accounts, bei denen das Folgen lohnt. So werden immer mehr Menschen auf Sie aufmerksam und „folgen zurück“.

Ärger im Twitter-Account – was nun?

Twitterer sind schnelle Antworten gewöhnt – speziell von einem Unternehmensaccount. Sie verärgern Ihre Follower, wenn Sie sich zu viel Zeit lassen. Wenn Sie ad hoc keine Antwort haben, erklären Sie das dem User. Aber lassen Sie ihn nicht einfach stehen.

Selbst wenn Sie alles richtig machen, werden Sie als Unternehmen auf Twitter mit unfreundlichen Zeitgenossen konfrontiert. Legen Sie sich eine Strategie zurecht, wie Sie damit umgehen. Schmettern Sie Kritik nie einfach ab – sei sie noch so ungerechtfertigt und der User noch so ein unflätiger Betonkopf. Bereiten Sie Ihre Mitarbeiter darauf vor. Ein besonderes Fleißbildchen hat sich dabei die Telekom verdient: Der Dialog zwischen Telekom hilft und dem bekannten Pöbel-Twitterer griesgraemer ist ein fast schon legendäres Beispiel, wie die passende Reaktion neue Follower bringt.

Twitter-Risiko Shitstorm

Der Kurznachrichtendienst gerät immer wieder in die Schlagzeilen, weil jemand sich den Unmut der Online-Gemeinde zugezogen hat und ein sogenannter „Shitstorm“ über ihn hereinbricht. Seien Sie sich bewusst, dass es auch Ihr Unternehmen erwischen kann – und seien Sie darauf vorbereitet. Legen Sie einen Notfall-Plan bereit und stellen Sie sich dem Sturm. Nichts ist schlimmer für Ihre Reputation, als bei den ersten Anzeichen für Gegenwind die Segel zu streichen und den Account zu löschen. Denn der Shitstorm zieht vorüber – der Makel „Feigheit“ bleibt.

Eines muss Ihnen klar sein, wenn Sie sich auf Twitter engagieren: Auch wenn Sie alle Tipps beachten, wird Ihre Followerzahl nur langsam steigen. Das ist normal. Auf Twitter dauert es relativ lange, sich eine Verfolgergemeinde aufzubauen. Dafür sind die Follower, wenn sie denn mal da sind, sehr treu.

Kleines Twitter-Glossar:

  • Tweet: Eine Nachricht auf Twitter, bestehend aus maximal 140 Zeichen.
  • Follower: Die User, die Ihre Nachrichten abonniert haben.
  • Timeline: Die Abfolge der Tweets, chronologisch von unten nach oben geordnet.
  • Retweet: Das Weiterleiten eines Tweets an die eigenen Follower.
  • Fav oder Favorisieren: Das „Gefällt mir“ bei Twitter.
  • DM: Direct Message. Eine private Nachricht an einen User, die nicht in der Timeline auftaucht, sondern in einem speziellen Postfach.
  • Hashtag: Per „#“ wird ein Stichwort oder ein Thema hervorgehoben. Erleichtert auch die Suche.
  • Bio: Kurzbeschreibung des Accounts. Wird jedem User beim Klick auf den Account angezeigt.
  • Shitstorm: Wenn massivste Kritik und Beleidigungen von allen Seiten des Internets auf Sie einprasseln. Der Duden sagt: „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“
  • Trends: Einfach gesagt, sind das die Sauen, die gerade durchs Dorf getrieben werden. Sie werden von Twitter erstellt.
  • @Accountname:  So sprechen Sie einen anderen Twitterer an. Wenn Sie das @ vor den Namen setzen, erhält der Betreffende eine Nachricht, dass er erwähnt wurde. Aber Achtung: Die Nachricht ist öffentlich, nicht privat.

Autor: Stefan Weinzierl
Bildquelle: ©iStockphoto.com/Anatoliy Babiy

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