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Content Audit: eine Inventur Ihrer Inhalte

17. Juni 2017

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Ein Content Audit ist vergleichbar mit einer Inventur. Bevor Sie neue Ware einkaufen beziehungsweise neue Inhalte schreiben, sollten Sie sich eine Übersicht über den Bestand verschaffen. Erst wenn Sie den Ist-Stand Ihrer Online-Inhalte kennen, können Sie eine logische Content Strategie entwickeln.

Bevor Sie damit starten, eine Website neu aufzubauen, sollten Sie sich bewusst machen, was bei Ihrer alten Internetseite vor allem in Bezug auf die Inhalte falsch läuft. Analysieren Sie die Schwachpunkte Ihrer Seite. Ansonsten laufen Sie Gefahr, auf der neuen Website die gleichen Fehler zu machen wie bisher. Setzen Sie daher auf ein Content Audit, um zu wissen, an welchen Stellen  Sie optimieren müssen.

Definition: Was ist ein Content Audit?

Ein Content Audit ist eine systematische Bestandsaufnahme aller vorhandenen Inhalte auf Ihrer Website. Zuerst analysieren Sie den Content in mehreren Schritten quantitativ (quantitatives Content Audit). Danach bewerten Sie die Inhalte nach deren Qualität (qualitatives Content Audit). Ziel ist es, einen Überblick über den aktuell vorhandenen Content zu bekommen. Das liefert Ihnen wichtige Informationen, wenn Sie einen Relaunch der Website planen.

Da sind die Vorteile eines Content Audits

Viele versuchen, Zeit und Geld zu sparen, indem sie das Audit überspringen. Doch das ist ein Fehler und kostet am Ende mehr. Machen Sie sich die Mühe und analysieren Sie Ihre Inhalte von Grund auf. Dann werden Sie schnell feststellen, dass ein Content Audit viel mehr ist als eine bloße Auflistung Ihrer Inhalte. Kristina Halvorson und Melissa Rach nennen in Ihrem Buch „Content Strategy for the Web“ unter anderem diese Vorteile:

  • Nach einem Content Audit kennen Sie Menge und Qualität der Inhalte auf Ihrer Website. Sie wissen genau, welcher Inhalt auf Ihrer Seite steht und wo Sie ihn finden, welche Inhalte gut beim User ankommen und auf welche Sie getrost verzichten können. Die Erkenntnisse des Content Audits bilden somit die Grundlage für jede Content Strategie.
  • Die Ergebnisse des Content Audits helfen auch dabei, neue Inhalte zu erstellen. Sie sind als Quelle für Redakteure eine große Hilfe und ersparen viel Recherche-Aufwand. Denn der Texter weiß sofort, wo er welche Informationen findet.
  • Ein Content Audit hilft Ihnen dabei, den Umfang des geplanten Webprojekts abzuschätzen. Sie bekommen einen Überblick, welche Ressourcen – also wie viel Zeit und Budget und Arbeit – Sie kalkulieren müssen.

Quantitatives Content Audit

Beginnen Sie mit der quantitativen Auswertung Ihrer Website. Dabei geht es darum, die Struktur der Website beziehungsweise ihre einzelnen Ebenen und Subebenen zu erfassen und vorhandenen Content sowie dessen wichtigste Merkmale zu identifizieren.

Klicken Sie sich durch jede einzelne Website und dokumentieren Sie diese. Nehmen Sie jeden Content auf – egal, ob Texte, Bilder, Audio- oder Videodateien. Vermerken Sie auch die Namen der URLs Ihrer Inhalte und die jeweils verwendeten Keywords. Legen Sie eine einfache Excel-Tabelle an und untersuchen Sie die Inhalte nach unterschiedlichen Kriterien. Alternativ nutzen Sie eine Softwarelösung, die  Ihnen die aufwändige, manuelle Arbeit abnimmt: zum Beispiel  das SEO Spider Tool von Screaming Frog oder DynoMapper.

Content Stratege Babak Zand empfiehlt, bereits in dieser Phase eine erste Bewertung der Inhalte vorzunehmen. Integrieren Sie dazu in einer zusätzlichen Spalte in Ihrer Tabelle das weitere Vorgehen mit dem jeweiligen Content:

  • Behalten: Der Content ist in Ordnung so wie er ist, eine Anpassung ist nicht nötig.
  • Update: Der Inhalt ist veraltet und bedarf einer Aktualisierung.
  • Konsolidieren: Es liegt identischer Inhalt in unterschiedlichen Formaten vor. Daher sollten die Inhalte zu einem Content Format zusammengeführt werden.
  • Löschen: Der Inhalt ist unnötig und sollte entfernt werden.

Welche Informationen Sie in dem Dokument sammeln, hängt von den Anforderungen und Voraussetzungen des jeweiligen Webprojekts ab. Sie finden in der Literatur eine Vielzahl von Vorschlägen, wie sich ein solches Dokument strukturieren lässt. Diese nennt man auch Spreadsheets.

Qualitatives Content-Audit: So funktioniert‘s

Im zweiten Schritt, dem qualitativen Content Audit, bewerten Sie die gesammelten Informationen nach ihrer Qualität und Effektivität. Versetzen Sie sich dazu in die Situation eines Users, der Ihre Seite zum ersten Mal besucht, und stellen Sie sich Fragen wie:

  • Ist der Content richtig?
  • Ist der Content nützlich?
  • Ist der Content professionell geschrieben?
  • Ist der Content benutzerfreundlich?
  • Ist der Content verständlich?
  • Ist der Content aktuell?
  • Ist der Content relevant für meine Zielgruppe?

Die Kriterien, nach denen Sie Ihre Website beurteilen, legen Sie selbst fest. Diese können sich von Projekt zu Projekt unterscheiden. Die Abstufung, wie Sie den Content einschätzen, liegt ebenfalls in Ihrer Hand. Orientieren Sie sich zum Beispiel am System der Schulnoten oder stufen Sie die Inhalte in „gut“, „mittel“, „schlecht“ ein. Wichtig ist es, dass Sie Mängel immer deutlich dokumentieren.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Zum Abschluss fassen Sie die Ergebnisse des quantitativen und des qualitativen Audits in einem kurzen Handout  zusammen. So haben Sie die wichtigsten Erkenntnisse übersichtlich zur Hand. Darauf bauen Sie Ihre Content Strategie auf.

Autor: Martina Babl
Bildquelle: © iStockphoto.com/Tom Nulens

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Martina Babl

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