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Mit Themenclustern Content sinnvoll planen

21. Juni 2018

Zugegeben: Die Begriffe „Themencluster-Analyse“ und „datenbasierte Themenplanung“ klingen nicht sonderlich sexy. Springen Sie trotzdem nicht gleich ab: Denn wir zeigen Ihnen, wie Sie Themencluster sinnvoll einsetzen und welche Vorteile sie Ihrem Unternehmen bringen. Damit Sie schon bald ganz oben bei Google ranken!

Schauen Sie sich diese Gummibärchen an. Ziemlich durcheinander, oder? Stellen Sie sich jetzt einmal vor, jedes Gummibärchen wäre ein Inhalt auf Ihrem Blog oder auf Ihrer Website. Da gibt es groß-angelegte Hubpages zum Thema „rote Gummibärchen“, kleine Artikel über nach Pfirsich schmeckende orange Gummibären, Interviews zum Thema „steigende Absatzzahlen gelber Gummibären im In- und Ausland“. Übersichtlich? Von wegen. Schaffen Sie Ordnung und erkennen Sie Ähnlichkeiten – sortieren Sie die vielen, bunt durcheinander gewürfelten Gummibärchen zum Beispiel nach Farben, Geschmacksrichtungen oder auch Inhaltsstoffen.

Auf einmal herrscht Ordnung. © Pixabay/Hans/CC0

Und auf einmal stellen Sie fest: „Da sind schon jede Menge grüne Gummibärchen – wir brauchen dringend mehr rote!“ Anschließend schauen Sie Ihre Zugriffs-Zahlen an und stellen fest: „Moment mal, warum veröffentlichen wir eigentlich so viele gelbe Bärchen, wenn unsere User doch die weißen Bären viel lieber mögen?“

Themencluster-Analyse: Darum geht‘s 

So weit, so gut. Treten wir erst noch einmal einen Schritt zurück. Eine Clusteranalyse ist eine wissenschaftliche Methode, genauer gesagt: ein multivariates statistisches Verfahren. Mit dieser Methode können Sie  heterogene Datenmengen in verschiedene homogene Gruppen unterteilen – so zumindest eine Definition des Instituts für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Kassel. Das klingt ziemlich abstrakt? Stimmt.

Übersetzen wir doch einmal: Ein Themencluster ist eine Sammlung von Texten zu einem bestimmten Thema. Multivariat bedeutet nichts anderes, als dass Sie bei der Analyse mehrere Variablen auf einmal betrachten. So können Sie Inhalte anhand bestimmter Merkmale in Gruppen zusammenfassen. Dafür nutzen Sie bei großen Datenmengengen Statistik-Programme wie Stata oder SPSS. Wollen Sie nur wenige Informationen einordnen, reicht auch ein simples Excel-Datenblatt. Wichtig dabei:

  • Elemente eines Clusters sind möglichst ähnlich (homogen) und
  • Elemente unterschiedlicher Cluster möglichst unähnlich (heterogen).

Beim Clustering grenzen Sie also Konsumenten, Inhalte oder Marktsegmente trennscharf voneinander ab. Gleichzeitig charakterisieren Sie Gruppen präzise. So fassen Sie beispielsweise alle roten Gummibären mit Beerengeschmack in einem Cluster zusammen.

Eine Themencluster-Analyse führen Experten in vier Schritten durch. Sie

  1. erfassen die Inhalte auf Ihrer Website oder Ihrem Blog zum Beispiel mithilfe von Tools wie ScreamingFrog.
  2. ordnen jedem Inhalt einem Themenbereich zu.
  3. untersuchen, welche dieser Themenbereiche für die Leser Ihrer Website wie relevant sind
  4. führen darauf aufbauend eine Keyword-Potenzial-Analyse Dabei untersuchen sie, wie sich Suchvolumina saisonal verändern.

Anschließend erstellen sie Content, der auf Themencluster einzahlt, die besonders gut bei den Lesern ankommen.

Tipp: Verlinken Sie stark innerhalb von Themenclustern und arbeiten Sie sowohl mit Hub- als auch mit Detail Pages. Die Detailseiten – kürzere Artikel zu einem bestimmten Thema – optimieren Sie auf thematisch spitz zugeschnittene Keywords, die zum Themencluster passen. Das kann im Themencluster „grüne Gummibärchen“ ein Beitrag zum Thema „Inhaltsstoffe grüner Gummibärchen“ sein.

Auf Hubpages reißen Sie unterschiedliche Aspekte, die zum Thema grüne Gummibärchen passen, kurz an. Das kann ein Absatz zur Geschichte grüner Bärchen sein, dann ein paar Sätze zu ihrem Geschmack und ein, zwei Gedanken zu den Inhaltstoffen. So entsteht ein Text, in dem Sie viele Begriffe verlinken können – und zwar auf die dazugehörigen Detailseiten. Aktualisieren Sie diese Hubpage, wann immer sie einen neuen Detailtext aus dem Cluster „grüne Gummibärchen“ veröffentlichen. Und verlinken Sie auch von den Detailseiten zurück zur Hubpage. So fungiert Ihre Hubpage im Cluster als sogenannter „Pillar Content“ (dt.: „Säulen-„ oder „Stützpfeiler-Inhalt“).

Ein kurzer Rückblick: Das steckt hinter der Idee

Keywords spielen heutzutage nicht mehr die gleiche Rolle für Sachmaschinen-Rankings wie früher. Und es reicht nicht mehr aus, zu einzelnen Keywords qualitativ hochwertige Inhalte zu schreiben, um bei Google gut zu ranken.

Dafür gibt es zwei gute Gründe:

  1. Das Google-Update RankBrain: Seit 2015 versteht Google den Kontext von Inhalten. So erkennt die Suchmaschine, wie relevant ein Text ist, auch ohne dass dieser ein bestimmtes Keyword enthält.
  2. User stellen Suchanfragen über Mobilgeräte und per Spracheingabe. Dadurch ähneln sie immer mehr der gesprochenen Sprache und werden komplexer.

Redaktionsplan mit Themenclustern optimieren: Ihre Vorteile 

Themencluster und Themencluster-Analysen bringen Ihrem Unternehmen gleich mehrere Vorteile. Sie

  • erstellen Inhalte nicht aus dem Bauch heraus, sondern planen Content auf Grundlage davon, wie einzelne Themencluster im Vergleich zueinander performen. Sie planen datenbasiert.
  • finden heraus, welche Themen für Ihre Zielgruppe wirklich interessant sind, welche Bedürfnisse Ihre User oder Kunden haben. So stärken Sie die Kundenbindung – mit genau auf Ihre Zielgruppe zugeschnittenen Inhalten.
  • verbessern das Nutzererlebnis der User durch sinnvolle Verlinkungen innerhalb des Clusters und steigern so Ihren Gesamttraffic. Gleichzeitig senken Sie mithilfe des Linkbuildings die Absprungrate auf Ihrer Website oder Ihrem Blog. Der Grund: Ihre Leser „hangeln sich“ von einem Beitrag zum nächsten und klicken sich durch Ihre Inhalte. Das ist ein wichtiges Signal für Google: Die Suchmaschine erkennt, dass die User sich auf Ihrer Seite wohlfühlen – Sie rutschen im Ranking nach oben.
  • behalten den Überblick. Indem sie nur ganz bestimmte Themengebiete bespielen, die dafür aber umso intensiver, grenzen Sie sich einfacher von der Konkurrenz ab und finden Ihre ganz persönliche Nische.
  • denken ganzheitlich. Performed ein Artikel einmal weniger gut als andere, ziehen Sie dann keine voreiligen Schlüsse, sondern behalten Ihren Gesamttraffic im Auge.

Erstellen Sie mithilfe von Themenclustern Inhalte, die exakt auf Ihre Ziele, Zielgruppen und nicht zuletzt auch auf Ihre Content Strategie zugeschnitten sind. Natürlich unterstützen wir Sie gerne bei der Erstellung Ihres datenbasierten Redaktionsplans!

Bildnachweis Titelbild: © Pixabay/Alexas _Fotos/CC0

Janina Ottma

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