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SEO und Content Marketing – SMX 2014

2. April 2014

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Content Marketing ist extrem wichtig – das hat auch die SEO-Szene längst verstanden. Dass die Vorstellungen von gutem Content Marketing allerdings oft an der Realität vorbeigehen, haben wir auch auf der SMX, also der Search Marketing Expo in München, mal wieder erfahren. Lesen Sie hier, welche Eindrücke Marlis, Andrea und ich von der diesjährigen SMX mitgebracht haben.

Petra:

Der Trend zur Mathematik, also die analytische Suchmaschinenoptimierung, nimmt immer mehr zu. Unzählige Tools helfen dabei, die Sichtbarkeit von Seiten, Inhalten und Kampagnen zu messen. Big Data ist und bleibt ein wichtiges Thema. Ob es der goldene Weg ist, immer mehr Daten zu sammeln und auszuwerten, darüber sind sich die Experten nicht einig.

Einigkeit herrscht darüber, dass ohne Content Marketing gar nichts mehr geht. Sichtbarkeit und Interesse schafft man am besten über hochwertige Inhalte – egal ob in Form von Texten, Bildergalerien oder Videos. Für eine Content-Agentur wie uns ist das fast eine Binsenweisheit, für die SEO-Agenturen allerdings eine recht neue Erkenntnis.

Auf die Frage aus dem Plenum, wie denn ein Team zusammengesetzt sein sollte, das Content Marketing betreibt, sagte ein SEO-Chef: “Naja, Studenten und am besten Leute, die von SEO nicht so viel Ahnung haben”. Aha. Eine fast kuriose Sichtweise, die wir nicht teilen. Kaum einer hat verstanden, dass Schreiben ein Handwerk ist, das man lernen muss, genau so wie Dachdecken oder Tischlern. Ein Leser bemerkt sofort, ob ein Profi am Werk war oder eben nicht. Deshalb: Ein Content Marketing Team braucht Schreiber, Texter, Redakteure. Wen bitte sonst?

Fast ein bisschen komisch wurde es bei der Frage, ob SEOs denn auch kreativ sein können, weil man das ja sein müsse, wenn es um Content Marketing geht. Immerhin waren alle einigermaßen ehrlich: eigentlich nicht, das überlasse man den anderen.

Marlis:

Viele wichtige SEOs tummelten sich auch dieses Jahr auf der SMX – zum ersten Mal in den Hallen der Messe München in Riem. Als Content-Experten waren wir mal wieder die Exoten hier. Trotz allem versprach das Programm gerade am zweiten Tag einige interessante Vorträge zum Thema Content.

Gleich im ersten Vortrag ging es um die Auswirkungen des Hummingbird Updates auf die Keyword-Recherche und den Content. Seit dem Update vom August 2013 versuchen die Suchmaschinen, noch besser zu deuten, was der User tatsächlich will. In seinem Vortrag erklärte Sepita Ansari anschaulich, wie Google und Co. Suchanfragen verstehen und immer passendere Ergebnisse in den SERPs anbieten.

Wir haben zum Beispiel erfahren, dass Entitäten immer wichtiger werden. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als der Grundbegriff  zu einem bestimmten Thema, zum Beispiel die Entität „Pizza“. Diese enthält wiederum mehrere Keywords wie „Pizzeria“, „Nährwerte“ oder „Rezepte“. Sucht ein User nach der Entität „Pizza“, erhält er auch Ergebnisse zu Restaurants, Rezepten und den Inhaltsstoffen von Pizza. In Zeiten der semantischen Suche ist also wichtig, Themenwelten über Entitäten zu schaffen und dem User Inhalte zu den verschiedenen semantischen Keywords anzubieten. Aber ist das wirklich so neu?

Hochwertiger Content ist nach wie vor das A und O im Internet: Sowohl die Nutzer als auch Google lieben ihn. Das hören wir Content-Leute immer wieder gerne. Aleyda Solis von Woorank brachte viele Beispiele in ihrem Vortrag zu „Content Curation“, wie man aus bereits bestehenden Inhalten neuen Content mit Mehrwert für den User generiert.

Und noch etwas, wofür wir bei Ippen Digital Media schon lange plädieren: Content Marketing ist hervorragend dazu geeignet, Backlinks zu generieren. Diese sind nach wie vor das Rückgrat für eine starke Website. Auch hier hilft hochwertiger Content, der dem User einen Mehrwert bietet, meint Marcus Tober von Searchmetrics in seinem Talk.

Mich überrascht das nicht, aber ich freue mich, das von SEO-Experten zu hören.

Andrea:

Für mich war es die erste SMX – und entsprechend neugierig war ich darauf. Vor allem, ob ich überhaupt verstehe, worüber die anderen dort reden. In den meisten Fällen hat das gut geklappt und viele Infos waren sogar wesentlich weniger spektakulär als erwartet.

Ich habe gehört, dass der Relaunch einer Website besser ein iterativer Prozess sein sollte, in dem die Seite langsam verändert wird. Dass sprechende URLs wichtig sind und Google sich schwer tut, automatisch per Ajax nachgeladene Inhalte zu erkennen. Der größte Aha-Effekt steckte für mich in der Aussage, dass die meisten SEO-Fehler in Title und Description stecken: Ja, so ist es. Das erleben wir täglich und werden nicht müde zu erklären, was gute Meta Tags ausmacht. Dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben, hat mir außerdem die Aussage gezeigt, dass Big Data nicht alles ist. Schließlich gehe es im Internet um Menschen und deren Bedürfnisse. Und darum, diese Bedürfnisse kennenzulernen.

Mein Fazit: Schön, wenn man nicht nur mitreden kann, sondern die mit viel Elan präsentierten Ratschläge in seinem Arbeitsalltag schon längst berücksichtigt. Ein bisschen heiße Luft, viel Auffrischen bekannter Fakten und wenig wirklich neue Trends.

Autor: Petra Meyer
Bildquelle: © Ippen Digital Media

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Petra Meyer

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