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Wenn Content Marketing auf Journalismus trifft

26. Mai 2017

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Eine Online-Volontärin unter 19 Print-Volos: In Hamburg habe ich das journalistische Handwerkszeug von Grund auf erlernt. Denn das Schreiben unterschiedlicher Formate ist Grundvoraussetzung für jeden Content Marketer. Welche Erkenntnisse mir der Kurs gebracht hat, lesen Sie hier.

Moin, moin zusammen

Ich stehe in der Mitte des Seminarraums. Nachdem ich erklärt habe, was ich in meinem Volontariat bei Ippen Digital Media genau mache und wie wir auf Basis von Kundenworkshops Content Strategien entwickeln, komme ich auf das Thema SEO zu sprechen: „Die Abkürzung SEO steht für Search Engine Optimization und meint die Suchmaschinenoptimierung von Websites und deren Inhalten.“ Schweigen – fragende Gesichter blicken mich an. Der ein oder andere hier hat sicher schon einmal etwas davon gehört. Doch als ich die SEO-Basics en détail erläutere und den 19 vor mir im Halbkreis sitzendenden Personen Begriffe wie „Meta Title“, „Description“ und „Alt-Tag“ um die Ohren haue, bin ich mir nicht sicher, ob sie mir noch folgen oder bereits abgeschaltet haben.

Ich beende mein Kurzreferat und setze mich wieder auf meinen Platz in der Runde. Mir wird plötzlich klar, dass mein beruflicher Weg in eine ganz andere Richtung geht als der der hier Mitanwesenden. Mit Content Marketing scheinen sie alle kaum bis gar nichts am Hut zu haben. Bin ich hier überhaupt richtig?

Volontärskurs in Hamburg – und ich als „Außenseiterin“ mittendrin

In der Hansestadt habe ich die Akademie für Publizistik besucht und den Volontärskurs Print/Online absolviert. Das vierwöchige Seminar vermittelt angehenden Redakteuren journalistische Grundlagen wie

  • Themenfindung und Recherche
  • Verschiedene Textsorten kennenlernen und schreiben
  • Interviewtraining
  • Social Media Marketing
  • Fotografieren und Videos drehen

Von Content Strategien und SEO keine Spur – und um mich herum fast ausschließlich Volontäre von Tageszeitungen oder Fachzeitschriften. Ich bin die einzige Onlinerin im Kurs gewesen. Doch wenn Sie jetzt glauben, ich sei deshalb zum schwarzen Schaf der Gruppe degradiert, muss ich Sie enttäuschen: Ich habe rein beruflich zwar die Ausnahme gebildet – doch mit, wie ich meine, positiv(er)en Aussichten für die Zukunft.

Content Marketing versus Journalismus

Warum ich trotzdem nach Hamburg gegangen bin und den doch eher printlastig gestalteten Volontärskurs besucht habe, ist schnell erklärt: Als Mitarbeiterin in einer Content-Agentur muss ich das journalistische Handwerkszeug beherrschen – gerade was das Schreiben anbelangt. Vom Hersteller für Naturkosmetik über das regionale Jobportal bis hin zum großen Versicherer: Die Wünsche unserer Kunden sind so vielseitig wie die Auftraggeber selbst. Der eine möchte Webtexte im Reportage-Stil, der andere benötigt Ratgebertexte und ein Dritter wiederum Blogbeiträge. Hierfür recherchieren, texten und redigieren wir am laufenden Band.

Obwohl wir also in vielerlei Hinsicht journalistisch arbeiten, gehen wir noch einen Schritt weiter als etwa unsere Kollegen aus dem Zeitungswesen. Content Marketer nutzen Inhalte nicht, um Marken zu bilden. Wir nutzen sie, um Marken zu stärken. Mit anderen Worten: Für unsere Kunden planen und erstellen wir hochwertigen Content, der suchmaschinenoptimiert und genau auf die Bedürfnisse deren Zielgruppe zugeschnitten ist. Denn in einer Zeit, in der analoge Medien immer mehr an Bedeutung verlieren, ist es umso wichtiger, mit seinen Inhalten auf digitalen Kanälen sichtbar zu sein.

Die Content Strategie bildet die Basis des Content Marketings. Sie legt fest, wie sinnvolle und nützliche Inhalte für das Web erstellt, veröffentlicht und gesteuert werden. Der Content wird strategisch so aufbereitet, dass er die Werte eines Unternehmens transportiert und dessen Zielgruppe erreicht. Nur wer die User zielgenau anspricht, macht sich und seine Marke bekannt, bindet Kunden an sich und gewinnt neue dazu. Sind die Inhalte nicht nur user-, sondern auch suchmaschinenfreundlich, werden sie zudem leichter gefunden.

Für Unternehmen, die konkurrenzfähig bleiben wollen, ist Content Marketing unerlässlich geworden. Und auch für Journalisten wird die Disziplin immer attraktiver, weshalb viele von ihnen auf Agenturseite wechseln. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass das Content Marketing sowohl die Medien als auch die Werbung und den Journalismus künftig stark beeinflussen und verändern wird. Wie gut also, dass ich mich bereits auf der „richtigen“ Seite befinde 🙂

Fazit: tolle Stadt, nette Menschen, wichtige Erkenntnisse

Volontärin Sabrina hat in Hamburg die journalistischen Grundlagen für ihre Arbeit im Content Marketing erlernt.

Bitte lächeln! Volontärin Sabrina hat in Hamburg die journalistischen Grundlagen für ihre Arbeit im Content Marketing erlernt. © Sabrina Meußel

Hamburg, meine Perle, und der Volontärskurs an der Akademie für Publizistik waren grandios! Ich habe vier unvergessliche Wochen mit inspirierenden, coolen, lustigen und liebenswerten Menschen verbracht. Wir haben täglich im Team gearbeitet, ein tolles Projekt auf die Beine gestellt und zusammen einige fröhliche Abende auf dem Kiez verlebt.

Und obwohl ich nicht aus dem Printbereich komme und die Seminarinhalte sehr danach ausgerichtet waren, habe ich viel nützliches Wissen für meine Arbeit im Content Marketing mitgenommen und das ein oder andere Aha-Erlebnis erfahren: Nämlich, dass ich einen Job habe, der von enormer Bedeutung ist und in Zukunft noch wichtiger werden wird.

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Sabrina Meußel

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