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Gute Texte zum Billigpreis? Nein. Sorry.

21. August 2014

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Unternehmen wünschen sich präzise recherchierte und einzigartig formulierte Inhalte für ihre Websites, Apps und Social-Media-Accounts. Darin sind wir richtig gut. Es ist aber schwierig, Kunden zu erklären, warum gute Texte Geld kosten. Ich beantworte die Frage am Beispiel eines Produkttextes.

Ein Unternehmen erkennt, dass seine Produkttexte mies geschrieben sind. Kaufargumente und Struktur fehlen. Stattdessen lesen die Kunden Technik-Blablub, als richte sich die minutiöse Beschreibung nur an Ingenieure. Außerdem ranken die Produkttexte schlecht bei Google. Und jetzt?

Das Unternehmen beauftragt uns damit, die Inhalte zu überarbeiten. Dass wir diese nicht mit zwei Cent pro Wort abrechnen, sondern höhere Preise für gute Texte verlangen, erstaunt die Firma. Sie fragt uns: Wieso kosten 300-Wörter-Texte bei euch mehr als zehn Euro? Die kriegen wir woanders billiger!

Es reicht uns nicht, ein paar Fachbegriffe herauszustreichen, das richtige Keyword zu recherchieren und zu platzieren und verschachtelte Sätze zu kürzen. Als ersten Arbeitsschritt lernen wir das Unternehmen kennen – am besten in einem Workshop. Darin besprechen wir Ziele, Zielgruppen und den Tone of Voice. Uns in das Unternehmen und seine Kunden hineinzudenken, ist die Voraussetzung dafür, dass Online-Inhalte am Ende wirklich besser werden.

Die Einzigartigkeit eines Produkts herausstellen

Wir recherchieren und finden heraus, wie jedes Produkt aussieht, was es kann und wie es sich von ähnlichen Webshop-Artikeln unterscheidet. Wir definieren die USPs. Die Abkürzung steht für „Unique Selling Propositons“, also für die Alleinstellungsmerkmale. Es geht um die Frage: Was macht dieses Produkt so einzigartig, dass es der Kunde kauft – und zwar hier und nicht woanders?

Gute Texte ersetzen das Verkaufsgespräch

Produkttexte brauchen Informationen, die Kunden begeistern und ihnen nützen. Mir gefällt deshalb der Satz meiner Kollegin Martina Babl:

„Ein Produkttext im Internet muss die Rolle des Verkäufers ersetzen und den Kunden zum Kauf animieren.“

Wenn sich Texter keine Mühe geben, reihen sie eine lahme Info an die andere – ohne die Besonderheit dieser Details herauszuarbeiten. Gute Texter versetzen sich dagegen in die User, überzeugen sie mit Argumenten und setzen am Ende Call to Actions.

Mit Storytelling Situationen entwerfen

Ebenso wichtig wie die Inhalte ist die Umsetzung. Wir formulieren Texte verständlich, egal wie kompliziert ein Produkt ist. Denn Komplexität lassen wir als Ausrede für Fachsprache nicht gelten. Ein Instrument, das wir nutzen, ist das Storytelling. Denn eine Mini-Geschichte veranschaulicht den Usern, in welchen Situationen ihnen das Produkt nützen wird.

Sie brauchen einen ausgebildeten Schreiber

Unternehmen, die ihre Webtexte optimieren wollen, sollten einen Profi engagieren – keinen selbst ernannten, sondern einen, der das Handwerk in einem Volontariat gelernt hat. Er muss sich mit SEO auskennen, alle Textsorten beherrschen und das Online-Business verstehen. Er muss sich in die Unternehmen UND in die Produkte einarbeiten, damit die Texte den unternehmerischen Zielen nützen. All das schafft niemand in einer halben Stunde.

Autor: Miriam Sahli
Bildquelle: © iStockphoto.com/studiogstock

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