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Keyword-Recherche: Die Suche nach dem Einhorn

30. März 2017

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Die Recherche nach dem perfekten Keyword gleicht mitunter der Suche nach dem Einhorn: Jeder will es, aber keiner bekommt es zu fassen. Lesen Sie hier, warum Sie trotzdem an das Märchenwesen glauben sollten, wenn Sie bei Ihrer Keyword-Recherche erfolgreich sein wollen.

Uiii, wie süß! Sind Sie auch vom Einhorn-Fieber infiziert?

Die Einhorn-Sorte des Schokoladenherstellers Ritter Sport löste im November 2016 eine gewaltige Welle der Euphorie aus. Jeder wollte eine Tafel der limitierten Auflage ergattern. Doch nur wenige kamen in den Genuss. Sofort war die Sonderedition, die nur über das Internet vermarktet wurde, ausverkauft.

Das Einhorn ist mit der Aktion zum Kultobjekt geworden – vor allem im Internet. Das wirkt sich auch auf die Suchergebnisse aus: Die Google Trends aus dem November 2016 zeigen deutlich, welchen Hype die Schokoladensorte entfachte. Die Suchanfragen nach „Einhorn“ schossen sprunghaft in die Höhe.

Suchanfragen zum Begriff "Einhorn" in den letzten Monaten.

Gut zu sehen: Nach einem dauerhaft niedrigen Interesse am Begriff „Einhorn“ explodiert die Anzahl an Suchanfragen im November 2016. © Eigener Screenshot

It’s a kind of magic

Der Hype um das liebliche Fabelwesen zeigt: Es lohnt sich, wenn Sie als Unternehmen auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden beziehungsweise Nutzer hören. So wie es Ritter Sport getan hat: Nur, weil sich zahlreiche Nutzer in den sozialen Medien eine Einhorn-Schokolade wünschten, entschied sich Ritter Sport, diese zu kreieren. Der Plan ging auf. Und das Beste: Was bei der Produktentwicklung klappt, funktioniert auch bei der Keyword-Recherche.

Denn auch hier gilt: Der Nutzer beziehungsweise Ihre Zielgruppe steht klar im Fokus. So wie das Einhorn symbolisch für die Wünsche des Publikums steht, müssen Sie die Bedürfnisse der Zielgruppe verstehen und sich danach ausrichten. So finden Sie das passende Keyword-Setting für Ihr Online-Angebot.

Das ist auch die Meinung der Experten, die vor kurzem bei der SEO-Konferenz SMX in München referierten. Versetzen Sie sich daher in die Situation Ihrer Zielgruppe und fragen Sie sich,

  • wie Nutzer online nach Inhalten suchen,
  • welche Suchbegriffe sie dabei verwenden, die zu Ihrem Unternehmen und Ihrem Angebot passen,
  • welche Intentionen sie dabei verfolgen und
  • wie sie sich über Inhalte austauschen – etwa in sozialen Netzwerken?

Dieser Prozess entspricht der „Denkweise“ von Google. Der Suchmaschinengigant bewertet es schon lange negativ, wenn Sie Ihr Online-Angebot mit Keywords vollstopfen. „Keyword Stuffing“ wird knallhart abgestraft – zu Recht. Stattdessen versucht Google die Absicht hinter der eingegebenen Suchanfrage zu verstehen, um relevante und qualitativ hochwertige Suchergebnisse bereit zu stellen. Dabei ist nicht mehr nur das Keyword entscheidend, sondern der Kontext, in dem dieser Suchbegriff vorkommt – sprich der ganze Themenbereich, der um das Keyword herum aufgebaut ist. Google verfolgt hier einen hollistischen Ansatz.

Das bedeutet für Sie wiederum, dass Sie Ihre Keywords nicht wortwörtlich in Ihre Website oder Ihren Online-Shop integrieren müssen. Sie können zum Beispiel Synonyme oder ähnliche Begriffe verwenden – Google wird Sie trotzdem verstehen.

Denn nach dem jüngsten RankBrain-Update verhält sich Google mehr denn je wie ein Mensch. Rank Brain funktioniert wie ein selbstlernendes künstliches Gehirn. Es verarbeitet Signale, die ein Nutzer aussendet, nachdem er ein bestimmtes Suchresultat von Google erhalten hat. Je nachdem, ob die Signale positiv oder negativ sind, gewichtet Google diese und überprüft oder stellt neue Verbindungen her. So lernt RankBrain, wie es Suchergebnisse am besten sortiert.

Damit optimiert Google kontinuierlich seine Suche, um Resultate zu liefern, die die Bedürfnisse des Nutzers exakt erfüllen. Erstellen Sie die Inhalte für Ihr Online-Angebot daher auf Basis eines nutzerorientierten Keyword-Sets.

Keyword-Recherche mit Tools

Dank zahlreicher Tools finden Sie recht unkompliziert heraus, wie Nutzer online suchen und welche Suchbegriffe Sie verwenden. Damit überprüfen Sie, wie relevant Ihre Begriffe für die Suchmaschinenoptimierung sind.  Nutzen Sie spezielle Tools – je nach dem Online-Angebot, das Sie optimieren wollen.

  • Google Keyword Planer informiert Sie über das Suchvolumen von Keywords und wie umkämpft diese sind – in der Basis-Version mittlerweile aber nur noch in einer sehr groben Filterung. Als Alternative eignen sich der KWFinder.com oder das Keywordtool.io.
  • Nutzen Sie Google Autocomplete beziehungsweise Suggest, um die Suchaktivitäten aller Google-Nutzer zu einem bestimmten Begriff zu erfassen. Scrollen Sie dazu ans Ende der Google-Page. So finden Sie themenverwandte Keyword-Vorschläge.Website Answerthepublic.com sammelt zum Beispiel alle Fragen, die Google-Nutzer zu einem beliebigen Begriff, den Sie eingeben, stellen. Damit erfahren Sie, was den Nutzern „unter den Nägeln“ brennt. Das hilft Ihnen, Keywords und Keywords-Kombinationen zu wählen, die Antworten auf Nutzerbedürfnisse bieten.
  • Die Website Answerthepublic.com sammelt zum Beispiel alle Fragen, die Google-Nutzer zu einem beliebigen Begriff, den Sie eingeben, stellen. Damit erfahren Sie, was den Nutzern „unter den Nägeln“ brennt. Das hilft Ihnen, Keywords und Keywords-Kombinationen zu wählen, die Antworten auf Nutzerbedürfnisse bieten.
  • Suchen Sie zum Beispiel als Händler bei Amazon nach Keywords zum Bereich E-Commerce, hilft Ihnen ein Programm wie Sonar. Das Tool zeigt Ihnen alle relevanten Kombinationen eines Keywords samt dessen Suchvolumen bei Amazon an. So ermitteln Sie schnell, ob die Produktbeschreibungen Ihrer Angebote alle wichtigen Suchbegriffe enthalten.

Keywords analysieren und priorisieren

Damit Sie Ihr Keyword-Set adäquat bewerten und einordnen können, müssen Sie die Intentionen kennen, die sich in den Suchanfragen ausdrücken. Mit einer informationellen Suchanfrage wie zum Beispiel „Rezept Lasagne“ oder „Öffnungszeiten Oper“ sucht ein Nutzer Antworten auf konkrete Fragen. Entsprechend erwartet er Websites, die ihm Informationen bieten – keine Online-Shops. Bieten Sie zum Beispiel serviceorientierte Ratgebertexte oder Testberichte auf Ihrem Online-Portal an. Fühlt sich der Nutzer gut beraten, ist es wahrscheinlicher, dass er auf Ihr Angebot zugreifen wird.

Ein transaktionales Keyword wie etwa „Jeans kaufen“ oder „Wohnmobil mieten“ deutet dagegen auf eine Kaufabsicht hin. Der Nutzer ist auf der Suche nach einem Online-Angebot, das ihm dies ermöglicht. Bieten Sie das Produkt oder die Dienstleistung an, priorisieren Sie dieses Keyword auf jeden Fall. Häufig kombinieren Nutzer transaktionale Suchanfragen auch mit Begriffen wie „günstig“ oder „billig“ – dabei handelt es sich meist um Mid- oder Longtail-Keywords. Diese detaillierten Anfragen sprechen für eine hohe Conversion-Bereitschaft. So steigern Sie Ihre Chancen, den Nutzer zu einem Kunden Ihres Angebots zu machen.

Optimieren Sie Ihr Keyword-Set auch unter den Gesichtspunkten, wie Ihr Publikum über Ihr Unternehmen kommuniziert und Meinungen austauscht. Informieren Sie sich in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. und verfolgen Sie Beiträge und Diskussionen. Auch Produktrezensionen in Online-Shops und Testberichte liefern Ihnen nützliche Informationen, um Ihr Keyword-Set zu vervollständigen. Schließlich gilt mehr denn je: das Engagement des Nutzers wird für Unternehmen immer wichtiger – über alle Plattformen hinweg.

Fazit: Das Einhorn entspringt zwar dem Reich der Fabeln, dennoch verzückt es uns im echten Leben. Das schaffen Sie auch bei der Keyword-Recherche für Ihr Online-Angebot – mit etwas Fantasie und dem richtigen Gespür für Ihre Zielgruppe. Viel Erfolg!

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Christof Nikolai

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