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Twitter: Storytelling statt 140 Zeichen

5. August 2016

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Schnell, schneller, Twitter. Der Kurznachrichtendienst verteilt mit Hochgeschwindigkeit Informationen über aktuellen Themen. Ein Blick auf die Twitter-Timeline  – und Sie wissen, was die Welt bewegt. Der Nachteil: In Tweets mit 140 Zeichen bringen Sie als Unternehmen Ihre Botschaften nicht immer unter. Twitter Moments schafft Abhilfe. Die Storytelling-Funktion ist jetzt auch in Deutschland aktiv. Wir fühlen dem neuen Feature auf den Zahn.

Der blaue Vogel jagt den gelben Geist

Snapchat hat es mit Storys erfolgreich vorgemacht: Kreativ und bildgewaltig Geschichten erzählen, kommt bei der Zielgruppe gut an. So schaffen Sie als Unternehmen Awareness, stärken die eigene Marke und zeigen, dass Sie auf der Höhe der Zeit sind. Mit professionellem Visual Storytelling transportieren Sie Ihre Inhalte überzeugend und bewegen die Menschen.

In die gleiche Kerbe schlagen jetzt Instagram und Twitter. Während die Foto-App schamlos von Snapchat abkupfert und nicht mal einen eigenen Namen für ihre Story-Funktion präsentiert, bemüht sich Twitter zumindest, innovativer zu sein. Moments nennt der Social Media-Veteran das Feature, mit dem er Unternehmen eine neue Werbeform in seinem Netzwerk bietet. Marken reihen Tweets zu einer zusammenhängenden Geschichte aneinander und erzählen so Brand Stories – ohne das 140-Zeichen-Limit.

Die Funktion ist nun auch in Deutschland aktiv. Mit Siemens und Sport1 nutzen bereits zwei Unternehmen das Storytelling-Feature. In englischsprachigen Märkten ist Moments bereits seit Oktober 2015 live. Für die Funktion gibt es dort einen eigenen Tab auf Twitter. Ob diese Darstellung auch hierzulande kommt, ist noch unklar.

„It takes #Ingenuity to create greatness in #life“ betitelt Siemens seine Moments-Geschichte. Das Thema: Siemens-Technologien, die Sportlern zu außergewöhnlichen Leistungen verhelfen – etwa den bekannten Extremkletterern Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson.

Twitter Moments: Storytelling leicht gemacht

Dazu bietet der Elektrokonzern in seiner Geschichte Videos, Fotos und kurze Infotexte – eine attraktive Darstellung. Die bekannten Twitter-Funktionen wie liken, retweeten oder via Direktnachricht teilen, finden Sie in das Layout integriert. So können Sie auf jeden einzelnen Tweet oder die gesamte Story reagieren. Die Videos sind allerdings sehr kurz und bieten Usern kaum Mehrwert.

Innerhalb des Features verlinkt Siemens auf die Twitter-Accounts der genannten Klettersportler und auf Partnerfirmen. Das fördert das User-Engagement – interessierte Betrachter können sich zum Thema weiter informieren oder Kontakt aufnehmen. Bis dato erzielt Siemens mit seiner Story eine erstaunlich hohe Reichweite: 525 Retweets und knapp 2.600 Likes entsprechen einem Vielfachen dessen, was der Konzern sonst mit seinen Tweets schafft.

Twitter Moments nutzen Sie mit wenig Aufwand: Sie sammeln Ihre Tweets – etwa über Tweetdeck – und verknüpfen sie im sogenannten „Moments Maker“ zu einer multimedialen Story. In diesem Tool bearbeiten Sie Bilder und verändern bei Bedarf die Anordnung der Tweets. Optional fügen Sie Tweets anderer Personen oder Unternehmen hinzu.

Hintergrund: Twitter Moments

Neu ist Twitter Moments nicht: Das Feature ist ursprünglich als interaktives Magazin konzipiert, das sich aus Tweets und Links speist. So vermittelt Moments aktuelle Trends und Kommentare. Kurz: Das Feature gibt einen Nachrichtenüberblick zu bestimmten Themen, etwa zu aktuellen Sportereignissen oder Events wie der Oscarverleihung.

Diese wählt Twitter eigenständig aus und generiert über Publishingpartner die Inhalte. Nutzer folgen einzelnen Messages und erhalten laufend Updates zu diesem Thema.

Mit der Embed-Funktion binden Sie Twitter Moments bequem auf Ihre Website ein. So erstellen Sie im Handumdrehen Ihre Brand Story.

Fazit: Twitter Moments schlägt sich auf den ersten Blick ordentlich. Die Vorteile:

  • Sie erstellen die Inhalte schnell und unkompliziert.
  • Sie gestalten ein Feature, das mit seiner visuellen Darstellung punktet. Ihre Brand Story wird in Text, Bild und Ton greifbar.
  • Sie stechen aus der unruhigen Twitter-Welt mit einem Sonderformat heraus
  • Sie binden Partner, Influencer oder Testimonials via Verlinkung mit ein.
  • Sie erzeugen ein hohes Level an Interaktion und Vernetzung. Davon profitiert die Reichweite Ihrer Story.

Dennoch bleibt abzuwarten, ob Twitter sein Moments-Feature langfristig etablieren kann. Schließlich ist der Kurznachrichtendienst ein hektisches, unübersichtliches Medium, das Tweets im Sekundentakt verteilt. Die überbordende Timeline ist anstrengend zu lesen – die Verweildauer der User daher gering. Fraglich, ob Unternehmen deshalb auf lange Sicht nicht andere Plattformen wie Blogs bevorzugen, in denen sie ihre Botschaften umfassend und ohne Konkurrenz zu anderen Inhalten präsentieren können.

Snapchat, Twitter, Instagram – die Lust am Erzählen

Storytelling als Mittel zur Verbreitung von Unternehmensvisionen oder Werbung ist die bessere Alternative zu nüchternen Informationen und „Kauf mich“-Appellen. Geschichten wirken authentisch, sie wecken Emotionen, unterhalten und verbinden das Publikum mit der Marke. Die Kunst liegt darin, diese Geschichten zu erkennen, sie aufzudecken und zu erzählen. Und zwar von Anfang an – dort, wo das „Herz“ der Geschichte schlägt.

Erzählen Sie Ihre Geschichte – mit Herzblut! Bildquelle: iStock, marekuliasz

Erzählen Sie Ihre Geschichte – mit Herzblut! Bildquelle: iStock, marekuliasz

Durch Publishing in sozialen Netzwerken erreicht Storytelling eine neue Qualität und nicht zuletzt potenzielle neue Zielgruppen. Davon profitieren Sie mit Ihrem Unternehmen – vorausgesetzt Sie engagieren sich.

Denn Storytelling ist mehr als nur wahllos Content zu veröffentlichen, sei es in Form von Facebook-Posts, Blog-Einträgen oder Tweets. Nur mit der richtigen Strategie erreichen Sie Ihre Zielgruppe und damit Ihre langfristigen Ziele.

Beantworten Sie für sich diese Fragen, bevor sie der Welt Ihre Geschichte erzählen:

  • Ist das, was ich erzähle, relevant für meine Zielgruppe?
  • Versteht mein Publikum die Geschichte überhaupt?
  • Passt meine Erzählung zum Unternehmen bzw. zu meiner Marke, oder ist sie beliebig und zu weit weg?
  • Kann ich meine Geschichte spannend und emotional mitteilen, damit sie meine Zielgruppe berührt?
  • Was will ich mit meiner Geschichte erreichen, welche Botschaft soll hängenbleiben?
  • Finde ich meine eigenen Worte, die sich von der Konkurrenz abheben und meine Zielgruppe mitnehmen?
  • Wie unterstütze ich mein Storytelling mit Bild oder Video?

Denken Sie daran: Content ist King! Erzählen Sie Ihre Geschichte mit den richtigen Inhalten, die auf den Werten und Zielen Ihres Unternehmens fußen und sie greifbar machen. Nur so gehen Sie den entscheidenden Schritt vorwärts!

Bildquelle: pixabay

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Christof Nikolai

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